Nichts mehr für den deutschen Markt
Autor: Fränkischer Tag
, Donnerstag, 17. Sept. 2026
Ermittlungen gegen Lichtenfelser Firma laufen weiter – Produktion wird umstrukturiert
Die Firma Friedrich Motorsport hat ihren Betrieb eingestellt. Mitte Juli 2025 geriet sie in die Schlagzeilen, weil die Geschäftsräume in der Bamberger Straße in Lichtenfels einer Razzia unterzogen wurden. „Betrug“, so lautete der Vorwurf, mit dem Verdacht auf Urkundenfälschung. Im Juli wurden erneut mehrere Anwesen im Raum Lichtenfels durchsucht, bestätigt nun Oberstaatsanwalt Michael Koch von der Staatsanwaltschaft Coburg .
Die Betriebseinstellung habe aber die Staatsanwaltschaft nicht veranlasst, betont Koch. Die Vorwürfe, wegen derer ermittelt wird: Es sollen Teile von Auspuffanlagen ohne gültige Teilegutachten verkauft worden sein. Werden diese Teile in Autos verbaut, „erlischt aus Sicht der Staatsanwaltschaft die Betriebsgenehmigung für das Fahrzeug“, sagt Koch.
Ermittlungen bei Kunden
Es werde wegen banden- und erwerbsmäßigem Betrug ermittelt, bestätigt der Oberstaatsanwalt . Die Fallzahl liege im dreistelligen Bereich, und es sei auch zu Ermittlungen bei Kunden gekommen. Die gelten als Zeugen.
Ins Rollen kamen die Ermittlungen , weil einem Prüfer in Rheinland-Pfalz auffiel, „dass da ein Gutachten von einem Mitarbeiter der Firma etwas eigenmächtig ergänzt war“, sagt Koch. Der Tatzeitraum, über den ermittelt werde, habe im Jahr 2020 begonnen.
In der vergangenen Woche sorgte folgende Mitteilung im Internet für ein gewisses Aufsehen: „Die Firma Friedrich Motorsport hat ihre Produktion mit sofortiger Wirkung eingestellt. Wir fertigen und liefern ab sofort keine Abgassysteme oder Ersatzteile mehr.“ Dringende Anliegen bezüglich Gewährleistungsansprüchen würden noch bearbeitet, aber nur eingeschränkt. Diese Meldung war offenbar auf der Website friedrich-motorsport.de zu finden und wurde auch in Foren fürs Auto-Tunen geteilt. Inzwischen ist die Website „wegen Wartungsarbeiten nicht verfügbar“.