Die rund 1900 Bau-Beschäftigten im Kreis und 800 in der Stadt Bamberg sollen mehr Geld bekommen: In der anstehenden Tarifrunde für die Branche fordert die Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IG Bau ) ein Lohn-Plus von 5,3 Prozent. Außerdem soll ein Modell für die Entschädigung der sogenannten Wegezeit, also der langen, meist unbezahlten Fahrzeit zur Baustelle , weiterentwickelt werden.

„Der Boom der Bauwirtschaft hält trotz Pandemie an. Nun müssen die Beschäftigten an den steigenden Umsätzen beteiligt werden“, so Gerald Nicklas, Bezirksvorsitzender der IG Bau Oberfranken, in der Pressemitteilung der Gewerkschaft . Nicklas verweist auf die hohe Zahl der Baugenehmigungen, die zu weiterhin vollen Auftragsbüchern bei den Unternehmen führten.

Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes wurde im Landkreis Bamberg im vergangenen Jahr der Bau von 551 Wohnungen genehmigt. Dabei investierten Bauherren rund 156 Millionen Euro . In der Stadt Bamberg waren es 494 Wohnungen bei Investitionen von rund 75 Millionen Euro .

„Während viele Branchen stark von den Lockdowns und Kontaktbeschränkungen betroffen sind, laufen die Arbeiten am Bau auf Hochtouren weiter“, berichtet IG Bau-Verhandlungsführer Carsten Burckhardt. Statt Homeoffice und Kurzarbeit seien für viele Maurer, Zimmerleute und Straßenbauer Überstunden und Wochenendarbeit an der Tagesordnung. Dafür hätten sie eine faire Anerkennung verdient. Nach Angaben des Zentralverbandes des Deutschen Baugewerbes stieg der Umsatz in der Branche im vergangenen Jahr um sechs Prozent.

Auch die Aussichten für das laufende Jahr sind den Gewerkschaftsangaben zufolge gut: Die Konjunkturprognose für das Bauhauptgewerbe kletterte laut ifo-Institut im März mit einem Plus von 2,3 Prozent auf den höchsten Wert seit Beginn der Corona-Pandemie .

„Neben einer Lohnerhöhung erwartet die Beschäftigten eine Entschädigung für die viele Zeit, die sie für den Betrieb zu ihren Baustellen unterwegs sind“, so Burckhardt. red