Mehr „Flexi“ bei der Rente
Autor: Fränkischer Tag
, Dienstag, 21. Juli 2026
Wenn der Job längst zu hart und die Rente noch zu weit weg ist: Von den rund 970 Bauarbeitern im Landkreis Lichtenfels sind nach aktuellen Angaben der Arbeitsagentur gerade einmal rund 50 Beschäftigte älter als 63 Jahre.
„Ob Maurer, Dachdecker, Kanal- oder Straßenbauer: Sie machen harte körperliche Arbeit. Und das bei Wind und Wetter – bei Hitze und Frost“, sagt Uwe Behrendt von der Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IG Bau). Der Vorsitzende der IG Bau Oberfranken sieht dabei eine kritische Altersgrenze: „Für die meisten ist schon Schluss, bevor sie 60 sind. Sie packen die Arbeit auf dem Bau gesundheitlich dann einfach nicht mehr“, so Uwe Behrendt.
Rente mit 67?
Für die Gewerkschaft ist klar: „Es schafft kaum einer, auf dem Bau bis 67 zu arbeiten. Wenn es demnächst dann noch länger gehen soll: keine Chance“, sagt Behrendt. Der Gewerkschafter kritisiert die Pläne der Rentenkommission, die die Bundesregierung umsetzen will.
„Was dabei fehlt, ist die Flexi-Rente. Also die Chance auf vernünftige Übergänge vom Arbeitsleben in den Ruhestand für alle Branchen, in denen Beschäftigte durch ihren Job gesundheitlich einfach früher am Ende sind. Eine faire Rente muss dem Härtegrad der Arbeit, die geleistet wird, angepasst werden“, sagt Uwe Behrendt.