Kompensiert werde dies durch eine Kollegin, die aus der Elternzeit komme und ab September wieder zur Verfügung stehe, durch eine Mitarbeiterin, die nach ihrer Ausbildung fest übernommen werde, und Assistenzkräfte, die das Team unterstützen würden. Erfreulicherweise habe sich ein Papa gefunden, der zum Erzieher umschulen wolle. „Weil man sich Fachpersonal nicht backen kann, versuchst du es mit Selberheranziehen“, warf Bürgermeister Stefan Förtsch scherzhaft ein.
An der Belastungsgrenze
Hinsichtlich der Auslastung sei die Kita Egloffstein an der Belastungsgrenze. Der Kindergarten habe von der Fachaufsicht des Landratsamts Forchheim eine Betriebserlaubnis für 75 Kinder. Aktuell besuchten 73 Kinder zwischen drei Jahren und dem Schulalter die Einrichtung. Hinzu kämen 24 Kinder der Kinderkrippe und 50 Hortkinder, die ebenfalls betreut werden müssten.
Die Zahl der Krippenkinder wertete Esther Köhler-Manger als Indiz für rückläufige Geburtenzahlen. Beliebt sei die Einrichtung sehr. So hätten vier Eltern ihre Kleinen für sechs Stunden, drei für sieben, zwei für acht Stunden angemeldet. Ein Elternpaar gibt seinen Nachwuchs sogar neun Stunden in die Kinderkrippe.
Bei der Betreuung der Hortkinder sei die Kita Egloffstein an Flexibilität kaum zu übertreffen, lobte Bürgermeister Stefan Förtsch. Da könne Egloffstein die Luxusvariante anbieten. Die Kita-Leiterin ergänzte: „12 Uhr ist nicht mehr die Zeit, zu der die Grundschüler abgeholt werden.“ Die meisten Eltern sammelten die Kinder gegen 14 Uhr ein.
Eine Herausforderung bestehe aber darin, dass an unterschiedlichen Tagen unterschiedlich viele Kinder betreut werden müssten. „Und wenn Eltern einen Betreuungsanspruch für Freitagnachmittag einfordern, muss auch das realisiert werden“ unterstrich Bürgermeister Förtsch.
Offenes Konzept
In der Einrichtung werde nach einem offenen Konzept gearbeitet, das Kindern Raum gebe, ihre Neugier, Kreativität und Individualität zu entfalten, erläuterte Ester Köhler-Manger. Vor allem morgens könne ein Besucher schon den Eindruck bekommen, dass es ein wenig chaotisch zugehe. Aber spätestens ab dem Morgenkreis kehre Ruhe ein.
Da die Mitarbeiter festen Bereichen zugeordnet sind, suchen sich die Kindergartenkinder , die in feste Gruppen eingeteilt sind, aus, wo sie hingehen und was sie machen möchten. Das Angebot lebe von den individuellen Stärken der Mitarbeiter. Es stehen fünf Räume zur Auswahl. „Die Kinder suchen sich den Betreuer, den sie gerade brauchen“, erklärt die Kita-Leiterin. Das starre System, wonach allen Kindern Sport verordnet werde, alle gleichzeitig malen oder einen Schneemann basteln sollen, sei überholt.
Das sei auch im Sinne der Eltern. Auch ihnen sei es wichtig, dass ihre Kinder früh lernten, eigene Entscheidungen zu treffen. „Es ist faszinierend, zu sehen, wie selbstbewusst die Kinder hier rausgehen", freut sich Esther Köhler-Manger.
Sie ist auch erstaunt, welche sozialen Kompetenzen die älteren Kinder entwickeln, wenn sie die Kleinen in der Krippe besuchen. Vor allem der liebevolle Umgang der Viertklässler mit den Kleinen beeindruckt die Kita-Leiterin. Die Kinder lernten ganz viel voneinander.
Die Kosten für die Kinderbetreuung , so Bürgermeister Stefan Förtsch, tragen Staat und Gemeinde zu jeweils 40 Prozent. Die restlichen 20 Prozent werden über die Kita-Gebühren eingenommen.
Während Egloffstein 2023 mit der damaligen Gebührenkalkulation noch eine Punktlandung schaffte, müssen hier die Gebühren um 20 Prozent angehoben werden. Für die „Regelkinder“, die den Kindergarten bis zu vier Stunden täglich besuchen und keinen zusätzlichen Betreuungsaufwand benötigen, sind ab September 142 statt 118 Euro fällig. Dieser Betrag steigert sich je nach Anzahl der Stunden. Kostete die Betreuung für acht Stunden täglich (oder mehr) bisher 167 Euro, steigt dieser Betrag nun auf 212 Euro. Vier Stunden täglich in der Kinderkrippe kosten ab September 283 Euro, neun Stunden 420 Euro. Der Besuch des Kinderhorts schlägt maximal mit 140 Euro zu Buche.