Druckartikel: Flechten mit dem 3D-Drucker

Flechten mit dem 3D-Drucker


Autor: Fränkischer Tag

, Freitag, 17. Juli 2026

Die Berufsschule, das 50-50-Taxi und der ÖPNV sind Themen im Kreisausschuss
An der Berufsschule Lichtenfels gibt es jetzt die Ausbildungsrichtung „Addidive Fertigung". Irene Zenk


„Es ist eine schöne Geste für die Jugend.“, sagte Landrat Christian Meißner zu dem Beschluss. „Und für die Senioren“, schob Bernhard Storath , Bürgermeister von Ebensfeld hinterher und ging damit im Kreisausschuss wiederum auf eine Aussage von Monika Faber ein.

Die hatte erklärt, dass bereits ihre Kinder und jetzt ihr Enkel gerne das 50/50-Ticket nutzen und so Eltern und Großeltern nachts nicht mehr los müssten, wenn die jungen Leute am Wochenende unterwegs sind.

Alle sprachen vom Fifty-Fifty-Taxiprojekt, bei dem Jugendliche am Wochenende nur die Hälfte für eine Taxifahrt zahlen, um vom Feiern nach Hause zu kommen. Es ging 2002 an den Start und verzeichnete bis 2017 einen Anstieg der Nutzer auf zwischenzeitlich 30.625 Fahrgäste im Jahr; allerdings nahm die Nutzung in den letzten Jahren rapide ab. 2025 waren es nur noch 1991 Fahrgäste.

Nun stand die Verlängerung des 50/50-Tickets erneut auf der Tagesordnung des Kreisausschusses und wurde trotz dieser Entwicklung einstimmig beschlossen. Angeregt wurde jedoch, dass Ticket erneut an den Schulen, wie zu Beginn 2002, zu bewerben, stelle es doch vor allem für die Fahrten nach Mitternacht eine gute Ergänzung zum Öffentlichen Nahverkehr ( ÖPNV ) dar.

Denn auch der stand erneut auf der Tagesordnung, denn es gilt, den Nahverkehrsplan fortzuschreiben und hierfür Zielvorgaben zu erstellen. Hierzu stellten Enrico Wolter und Jonas Hüsam von der VGN GmbH die bisherigen Ziele vor, die waren: Reduktion des motorisierten Individualverkehrs ohne Mobilitätseinschränkung (MIV), Verlagerung des MIV auf umweltverträgliche Verkehrsarten (Fuß, Rad und ÖPNV sowie Erhöhung Mitfahranteil im Auto) und stadtraum- und umweltverträglichere Gestaltung des notwendigen MIV.

Haltestellen schließen?

Um diese Ziele zu erreichen, werden aktuell Ortschaften mit mindestens 150 Einwohnern angefahren. Diese Zahl steht nun auf dem Prüfstand. „Die Frage ist: Bleibt man bei den 150 Einwohnern? Oder geht man auf 200 oder 300 Einwohner?“, erklärte Landrat Christian Meißner . Die Mitarbeiter des VGN sagten, dass, sollte die Einwohnerzahl von 150 auf 200 angehoben werden, im Landkreis Lichtenfels 13 Haltestellen entfallen würden, sowie die „Unterweghalte“. Haltestellen, die auf den Weg dorthin bedient werden können. Was am Ende einem Wegfall von mehr als 60 Haltestellen bedeuten würde.

Zudem wurden die Kriterien Erschließung, Erreichbarkeit und Bedienhäufigkeit thematisiert. Hier brachte Bernardth Storath den Einwand, dass jemand bei ihm in Eggenbach nicht den ÖPNV nutzen wird, wenn er auf seinem Weg nach Bamberg mehrere Male umsteigen müsse. Hieran müsse gearbeitet werden. Das Thema wurde einstimmig als Beschlussvorlage in den Kreistag eingebracht.

Als weiterer Punkt stand der jährliche Bericht der Geschäftsführung des Landschaftspflegeverbandes des Landkreises Lichtenfels auf der Tageordnung. Leonhard Anwander, der stellvertretende Geschäftsführer des Verbandes, stellte die Arbeiten des Verbandes dar und deren Notwendigkeit.

Die Zustimmung der Kreisausschussmitglieder zum Haushaltplan für das Haushaltsjahr 2026 wurde zum Schluss zwar mit zwei Gegenstimmen gefasst, war jedoch von harten Worten seitens Susann Freiburg (Bündnis 90/Die Grünen) begleitet. „Der Landschaftspflegeverband hat in Hinblick auf Biodiversität seine Berechtigung“, sagte sie, bemängelte jedoch, dass ihr wichtige Unterlagen zur Entscheidungsfindung wiederum nicht vorgelegt wurden. Dies soll nun im kommenden Jahr zwingend erfolgen.

Als nächster Punkt wurde von Andrea Musiol zwei Leader-Projekte zur Abstimmung in den Kreisausschuss eingebracht. Zum einen die Erstellung eines gemeinsamen Tourismuskonzeptes der Stadt Lichtenfels und der Stadt Bad Staffelstein .

Und als zweites die Errichtung von zwei Mountainbike-Anlagen. Zum einen eine sogenannte „Skill-Area“ auf einer Betonfläche in Vierzehnheiligen sowie ein Flow-Trail, auf dem Mountainbike-Anfänger üben können.

Zudem soll in Lichtenfels eine sogenannte „Jumpline“ entstehen, bestehend aus modelliertem Erdhügel und Erdwällen, die es sportlich orientieren Fahrern ermöglichen, Fahrtechniken zu üben.

Neue Ausbildung

Während Tagesordnungspunkt eins einstimmig schnell beschlossen war, wurde die „Skill-Area“ in Hinblick auf ihren Standort diskutiert. Andrea Musiol sagte, dass geeignete Grund- und Waldstücke vorhanden sein müssten, und dies sei in Vierzehnheiligen gegeben. Das sei aber nicht zementiert.

Der letzte Tagesordnungspunkt war die Einführung einer neuen Ausbildungsrichtung an der Staatlichen Berufsfachschule für Flechtwerkgestaltung: „Additive Fertigung“, eine zweijährige Vollzeitausbildung mit dem Einsatz von 3D-Druck-Systemen, CAD und digitaler Konstruktion.