Druckartikel: Erstes Inklusionsfest feiert rundum gelungene Premiere

Erstes Inklusionsfest feiert rundum gelungene Premiere


Autor: Fränkischer Tag

, Dienstag, 21. Juli 2026

Ein unvergessliches Erlebnis für Luis Wagner: Er konnte die Faszination großer Fahrzeuge hautnah erleben und mit Mama Selina als Mitfahrer im Feuerwehrauto Platz nehmen.


„Es ist einfach cool“, freut sich Leonardo Helbig aus Sylbach. Gemeinsam mit seiner Mama Christin und seinem Bruder Noah besuchte er am Samstag das große Truck-Erlebnis- und Begegnungsfest in der Beständig-Autowelt in Knetzgau. Unter dem Motto „Volle Fahrt für Inklusion“ richtete sich die Veranstaltung an Menschen mit und ohne Behinderung. Neben jeder Menge Action auf Rädern standen vor allem das Miteinander und der Abbau von Berührungsängsten im Mittelpunkt.

Drohnenvorführung

Der elfjährige Leonardo sitzt im Rollstuhl und freute sich riesig über eine Runde im Polizeiauto . „Leonardo liebt die Polizei “, erzählt seine Mutter Christin, die von einem gelungenen Fest sprach, bei dem Groß und Klein in spektakulären Fahrzeugen mitfahren durften. Trucks, Quads sowie Fahrzeuge verschiedener Einsatzorganisationen konnten hautnah erlebt werden. Für zusätzliche Höhepunkte sorgte eine Drohnenvorführung mit beeindruckenden Einblicken sowie die Präsentationen von Polizei , Bundeswehr , Bayerischem Roten Kreuz , Arbeiter-Samariter-Bund , Feuerwehr Knetzgau und der Autobahnmeisterei Knetzgau .

Auf dem weitläufigen Gelände der Beständig-Autowelt schnurrten die Motoren, während glänzendes Chrom in der Sonne funkelte. Rund 20 Trucks und verschiedene Einsatzfahrzeuge mit Blaulicht und Martinshorn prägten das Bild am Ortsausgang Richtung Autobahn. Manches vorbeifahrende Auto wunderte sich: „Ist hier etwas passiert?“ Nein – vielmehr feierte das erste Inklusionsfest im Landkreis Haßberge eine rundum gelungene Premiere.

Initiiert und organisiert hatte das Fest Marion Gock aus Aidhausen. Die Mutter einer Tochter mit Beeinträchtigung wurde im vergangenen Jahr mit dem Inklusionspreis des Bezirks Unterfranken ausgezeichnet. Gemeinsam mit ihrem Team setzte sie mit der Veranstaltung ein starkes Zeichen für gesellschaftliche Teilhabe. „Es ist uns wichtig, Inklusion in die Mitte zu stellen“, betonte Gock. Zugleich richtete sie einen Appell an die Politik: „Sie soll Inklusion leben und nicht nur darüber reden.“

Bei hochsommerlichen Temperaturen schlüpfte Marion Gock zwischenzeitlich selbst in die Rolle des Maskottchens „Paula“ und mischte sich unter die zahlreichen Besucher. Ob Erinnerungsfoto mit Erwachsenen oder Schnappschuss mit den jüngsten Gästen – „Paula“ war ein gefragtes Motiv. Kinderschminken, Mitmach- und Informationsangebote sowie Live-Musik sorgten zusätzlich für einen abwechslungsreichen Nachmittag. Speisen und Getränke gab es auf Spendenbasis, dessen Erlös in ein inklusives Projekt im Landkreis Haßberge fließt.

„Inklusion ist kein Projekt, sondern eine Haltung, die heute hier in Knetzgau eindrucksvoll gelebt wird“, betonte CSU-Landtagsabgeordneter Steffen Vogel , der die Schirmherrschaft übernommen hatte. Er dankte Marion Gock und ihrem Team für deren außergewöhnliches Engagement. Landrat Michael Ziegler ( CSU ) sprach von einem Fest , in dem spürbar viel Herzblut stecke, um Menschen mit Behinderung Wertschätzung und unvergessliche Erlebnisse zu schenken.

Brücken bauen

„Hier begegnen wir uns auf Augenhöhe, teilen die Faszination für Trucks und zeigen, wie bunt und offen unsere Gesellschaft ist“, sagte Knetzgaus Bürgermeister Stefan Seubert ( CSU ). Barrierefrei Brücken zu bauen, Berührungsängste abzubauen und gemeinsam die Begeisterung für die „Könige der Landstraße“ zu erleben – genau das mache aus seiner Sicht diese Veranstaltung so wertvoll für die gesamte Region.

Für Edwin Oppelt, den Behindertenbeauftragten des Landkreises Haßberge, bedeutet Inklusion vor allem Gleichstellung , ganz nach dem Motto: „Auffangen statt fallen lassen.“ Dafür sei auch der Rückhalt aus der Politik von großer Bedeutung.  red