„Erst einmal im Leben ankommen“
Autor: Fränkischer Tag
, Sonntag, 13. Sept. 2026
Elisa Tartler macht Schluss. Wobei das Ende auch ein Anfang sein soll. „Im Leben ankommen“, will die noch in Berlin lebende Bogensportlerin aus dem unterfränkischen Hetzlos, die mit dem Recurvebogen seit vielen Jahren zu den Besten ihres Fachs gehört. An diesem Wochenende steht die 27-Jährige noch einmal im Rampenlicht: Bei den Deutschen Einzel-Meisterschaften in Wiesbaden, wo die Nationalkader-Athletin für den Schützenverein Bavaria Thulba antritt.
Verkündet haben Sie Ihr Karriere-Ende in Form einer aufwändigen Instagram-Story. Es scheint so, als hätten Sie sich im Vorfeld dazu sehr viele Gedanken gemacht.
Elisa Tartler: Erst einmal hat es gedauert, meine wilde Ansammlung von Fotos auf dem Handy zu sichten und die passenden Motive zu finden. Und dabei kommen natürlich viele Erinnerungen an all die schönen Erlebnisse. Bis alles fertig war, gingen schon ein paar Tage ins Land. Und es gab ja zusätzlich noch eine englische Version.
Wie waren die Reaktionen auf Ihre Instagram-Story?
Weil ich mit dem Auto auf dem Weg in die Heimat war zur Hochzeit meines Cousins, bekam ich fünf Stunden nichts mit. Danach waren es schon deutlich über 50 Kommentare und über 1000 Likes für die zugegeben nicht gerade kurze Story. Jetzt sind es längst über 100 Kommentare, die zum Teil sehr emotional sind. Das alles hat mich krass überbewältigt. Und ich habe Zeit gebraucht, mich einzulassen auf das, was die Leute mir da geschrieben haben. Vorneweg meine Familie, ohne die all die Erfolge nicht möglich gewesen wären. Und meine Mama war und ist eh mein größter Fan.
Jetzt also noch mal Deutsche Meisterschaften zum Abschluss. Mit welcher Erwartungshaltung gehen Sie in Ihren letzten Wettkampf mit Schüssen auf eine in 70 Meter Entfernung stehenden Scheibe?
Natürlich mit Ehrgeiz, schließlich bin ich seit 15 Jahren, als ich in den Landeskader aufgenommen wurde, Leistungssportlerin. Aber ich will das Wochenende auch genießen. Zusammen mit Menschen, die den Bogensport ebenso lieben wie ich. Und klar, eine Medaille zum Abschluss wäre natürlich super. Emotional wird es in jedem Fall. Meine Mutter wird vor Ort sein, auch mein Verlobter Max. Und es gibt noch eine Ehrung für den Gewinn unserer Team-Goldmedaille bei der EM in diesem Jahr.