Marion Krüger-Hundrup
Für Martin Neubauer, Prinzipal des Brentano-Theaters in der Gartenstraße 7 und vielgefragter Rezitator, steht fest: „Sie verdienen zu leben!“ Nämlich die von den Nationalsozialisten ermordeten Künstlerinnen und Künstler, deren Schaffen bis auf den heutigen Tag oft nur unzureichend oder überhaupt nicht entsprechend gewürdigt wird.
Neubauer hat die Werke einiger jüdischer Schriftsteller und Schriftstellerinnen, die in Auschwitz ermordet wurden, sozusagen ausgegraben. Seinem Gespür für herausragende Autoren und ihre Lebensgeschichten ist nun eine Veranstaltungsreihe zu verdanken, die in Bamberg ihresgleichen sucht. Mehrmals im Jahr 2026 werden Martin Neubauer und künstlerisch tätige Partnerinnen den Besuchern unvergessliche Abende bescheren. Und zwar „keine düsteren trotz des schrecklichen Endes der Urheber “, versichert der Brentano-Theaterchef. Denn es werde sich zeigen, dass diese Werke „zu bedeutend, zu lebensfroh, zu stark, oft auch zu heiter sind, um sie nur auf das Ende zu reduzieren“.
Auftakt der Lesungsreihe ist am kommenden Sonntag, 22. März, 16 Uhr, die Erzählung „Susanna“ der deutschen Schriftstellerin und Lyrikerin Gertrud Kolmar – Pseudonym für Gertrud Käthe Chodzienser, geboren am 10. Dezember 1894 in Berlin, ermordet Anfang März 1943 in Auschwitz. Eva Jutzler wird „einen zauberhaften Grenzgang zwischen Realität und Märchenwelt“ vortragen, erklärt Neubauer.
Am Sonntag, 12. April, 17 Uhr, folgt die Wiederentdeckung des fast vergessenen Humoristen Peter Hammerschlag (1902 bis 1942). Weitere Programme werden im August und September Ilse Weber (1903 bis 1944) und Viktor Ullmann (1898 bis 1944) gewidmet sein. Anmeldungen unter Telefon: 0951 / 54528.