Entsetzen über das Schulhaus in Mittelehrenbach

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Was wird aus dem alten Schulhaus in Mittelehrenbach?
Was wird aus dem alten Schulhaus in Mittelehrenbach?

Schimmel an den Wänden, abplatzender Putz und eine veraltete Heizung: Das ehemalige Schulhaus in Mittelehrenbach befindet sich in einem besorgniserregenden Zustand. Eine Besichtigung des Gemeinderats Leutenbach legte den massiven Sanierungsstau des Gebäudes offen. Eine Neuvermietung der leerstehenden Räume ist aktuell unmöglich. Die Entdeckungen vor Ort sorgten in der anschließenden Sitzung für fraktionsübergreifendes Entsetzen und eine emotionale Debatte.

Bernadette Kern zeigte sich schockiert von den sichtbaren Mängeln: „Die Schimmelflocken liegen auf dem Boden, die Sporen fliegen überall herum – und das macht wirklich krank.“ Gleichzeitig steht die Gemeinde gegenüber den aktuellen Bewohnern in der Pflicht. „Wir sind verantwortlich für den Mieter, der die Wohnung hergerichtet hat“, betonte der Zweite Bürgermeister Igor Lamprecht. Er forderte die zügige Erstellung eines Nutzungskonzepts. Vor diesem Hintergrund erscheint es weder wirtschaftlich noch verantwortbar, erhebliche zusätzliche Mittel in das ehemalige Schulhaus zu investieren, solange kein belastbares und langfristig tragfähiges Nutzungskonzept vorliegt.

Standort ist wichtig

Kritische Töne kamen von Alexander Kaul: „Warum kommt diese Expertise so plötzlich und beim Krämershaus nicht?“ Trotz des maroden Zustands sprachen sich einige Räte gegen einen voreiligen Abschied von der Immobilie aus. „Der Standort ist für die Gemeinde sehr wichtig, auch weil der Schulparkplatz zu klein ist“, gab Ulrich Galster zu bedenken. Karsten Römer pflichtete ihm bei und blickte voraus: „Wir werden den Platz auch noch für die Schulsanierung brauchen.“

Auf der anderen Seite stand der Ruf nach einem klaren Schnitt. Jürgen Stöhr zeigte sich ebenfalls erschrocken über den Zustand und drängte auf Tempo: „Wir müssen zügig eine Entscheidung treffen.“ Er positionierte sich klar für einen Verkauf des Objekts. Markus Heilmann bremste die Diskussionen über die finale Zukunft des Hauses jedoch pragmatisch ein: „Wir sollten heute nur entscheiden, welchen nächsten Schritt wir gehen wollen.“ Der Rat benötige schlichtweg zuerst eine verlässliche Faktenbasis.

Um genau diese objektive Entscheidungsgrundlage zu schaffen, folgte das Gremium letztlich dem Vorschlag der Verwaltung und beschloss ein paralleles Prüfverfahren. Drei Optionen werden nun gleichzeitig untersucht: 1. Verkauf: Ein Makler ermittelt die Marktchancen für das Grundstück samt Gebäude. 2. Abriss: Es werden Angebote für den kompletten Abbruch und die Entsorgung eingeholt – was auch Raum für die diskutierten Parkflächen schaffen würde. 3. Sanierung: Eine detaillierte Kostenschätzung für eine Instandsetzung wird erstellt.

Sobald alle Zahlen und Ergebnisse vorliegen, wird der Gemeinderat erneut zusammenkommen, um über das Schicksal des ehemaligen Schulhauses in Mittelehrenbach zu entscheiden.