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Eingetriebenes Geld in eigene Tasche gesteckt


Autor: Fränkischer Tag

, Mittwoch, 21. Oktober 2026


Ein offenbar klammer Gerichtsvollzieher hat in Unterfranken jahrelang von Schuldnern eingetriebenes Geld in die eigene Tasche gesteckt – mehrere Hunderttausend Euro sollen es gewesen sein. Das Landgericht Würzburg verurteilte den 51-Jährigen wegen Untreue in 160 Fällen sowie Datenfälschung zu einer Freiheitsstrafe von drei Jahren und vier Monaten, wie ein Gerichtssprecher mitteilte.

Das Motiv sei die eigene „finanzielle Schieflage“ gewesen. Der Angeklagte wurde zudem aus dem Beamtenverhältnis entlassen. Er wird keine Besoldung und keine Pension erhalten und nicht mehr im Staatsdienst arbeiten. Bisher seien von Amts wegen Rückzahlungen an 127 Gläubiger und an 39 Schuldner in Höhe von rund 323.000 Euro inklusive Zinsen geleistet worden. Das Amtsgericht Würzburg prüft noch ältere Vorgänge vor dem Jahr 2020.

Dem Richter zufolge hatte der Mann die Zahlungsflüsse und ihre Hintergründe mit erheblichem Aufwand verschleiert. Vor zwei Jahren schließlich erstattete ein Gläubiger bei der Staatsanwaltschaft Strafanzeige.

In Bayern sind Gerichtsvollzieher als Beamte der Justiz eingesetzt. Sie pfänden bewegliche Sachen des Schuldners wie Geld, Wertsachen und Fahrzeuge oder vollstrecken Urteile.  dpa