„Die Ideen suchen mich – nicht umgekehrt“
Autor: Fränkischer Tag
, Mittwoch, 08. Juli 2026
Vor seinem Auftritt in Bad Staffelstein spricht der Liedermacher über die Kraft von Livekonzerten und seine Kreativität
Seit fast fünf Jahrzehnten prägt Heinz Rudolf Kunze die deutschsprachige Pop- und Rockmusik. Mit Liedern wie „Dein ist mein ganzes Herz“ wurde er einem Millionenpublikum bekannt, doch der Sänger und Schriftsteller hat sich nie auf seine größten Erfolge reduzieren lassen.
Am Sonntag, 12. Juli, gastiert der 69-Jährige mit seinem aktuellen Solo-Programm „Das sagt der Richtige“ auf der Seebühne in Bad Staffelstein. Im Gespräch mit unserer Redaktion spricht der Liedermacher über den Reiz kleiner Bühnen, die Kraft von Livekonzerten und darüber, warum ihn die Ideen bis heute einfach finden.
Herr Kunze, Ihr neues Programm heißt „Das sagt der Richtige“. Ist das Selbstironie oder steckt darin eine Botschaft?
Heinz Rudolf Kunze : (lacht) Ich habe mal in einem Sprechtext vor vielen, vielen Jahren geschrieben: „Wenn ich eine Botschaft hätte, dann würde ich hingehen, ich würde gerne ausgewiesen werden.“ Wenn ich eine einzige Botschaft hätte, würde ich sie einfach verkünden. Ich habe viele kleine Botschaften. Und ich versuche immer, meinen Worten auch etwas Heiterkeit und Augenzwinkern mitzugeben. Ob „Das sagt der Richtige“ nun Selbstlob oder Ironie ist, darf jeder selbst entscheiden.
Sie stehen seit Jahrzehnten auf der Bühne. Was reizt Sie heute noch am direkten Kontakt mit dem Publikum?
Der unmittelbare Austausch gehört zu den schönsten Seiten unseres Berufs. Wir erleben direkt, wie die Menschen auf unsere Lieder reagieren. Das haben Schriftsteller oder Maler in dieser Form kaum. Gleichzeitig ist das heute auch wirtschaftlich wichtig. Nur Musiker, die live spielen, haben noch eine echte Überlebenschance. Von Tonträgern kann man kaum noch leben. Streaming ist für mich eine abartige Form der Musikaneignung, weil Künstler dafür praktisch nichts bekommen. Ich selbst kaufe bis heute CDs. Ich möchte Musik besitzen, anfassen und im Regal stehen haben.
Nach vielen Tourneen mit Band sind Sie diesmal allein mit Gitarre und Klavier unterwegs. Was macht dieses Format besonders?