Der ÖPNV soll neu gestaltet werden
Autor: Fränkischer Tag
, Donnerstag, 02. Juli 2026
Die Neuausrichtung des ÖPNV war das Schwerpunktthema der aktuellen Gemeinderatssitzung. Mit der Integration des freigestellten Schulbusverkehrs der „Ferdinand-Dietz“ Grund- und Mittelschule mit ihren Standorten in Memmelsdorf, Drosendorf und Lichteneiche war es Bürgermeister Jürgen Reinwald wichtig, Gäste aus dem Landratsamt und der Schulleitung einzuladen.
Geschäftsbereichsleiterin Verena Ott (Landratsamt) gab zunächst einen Rückblick, warum das ÖPNV-Konzept 2024 gescheitert ist, um dann mit Fachbereichsleiter Dennis Flach das „Neue ÖPNV-Konzept 2028 Bamberg“ zu präsentieren.
Der Taktverkehr, der Busbedarfsverkehr und der freigestellte Schülerverkehr (FSV) sind gemeinsam die Kostenbringer für Landkreis und Kommunen. 22 Millionen Euro pro Jahr belasten die Haushalte der Gemeinden, der Schulverbände und den Landkreis nicht unerheblich. Eine Verringerung dieser Kosten kann für die Zukunft ausgeschlossen werden. Im Idealfall wäre die Integration des FSV in den Taktverkehr eine kluge Idee. Kosteneinsparungen für dreiunddreißig Busse und rund 2,9 Millionen Euro pro Jahr stehen 28 Prozent höhere Kosten pro Jahr im Schulverkehr bei fehlender Integration gegenüber.
Aktuell ist der Landkreis in drei Sektoren aufgeteilt: Sektor 1 Nordwest/Nord, Sektor 2 West/Süd und Sektor 3 Ost/Nordost. Hier sind in Spitzenzeiten zur ersten Schulstunde etwa 145 bis 150 Busse unterwegs. In der Addition wird pro Tag eine Gesamt-Kilometerleistung von 2820 km in der Überlagerung von ÖPNV und FSV „abgespult“. Als Planungsansatz brachten die Landratsbediensteten eine Schulzeitenstaffelung für wirtschaftliche Effizienz ins Gespräch, durch die sich der Einsatz der Busse deutlich reduzieren ließ. Ein Bus könnte nacheinander verschiedene Schulen anfahren und kreisweite Transportketten zu weiterführenden Schulen wären denkbar. Die Vorteile sind, dass eine Bündelung zur besseren Auslastung von Fahrzeugen und Personal führt, dass eine ganzheitliche Planung statt isolierter Schulbuslösungen möglich ist, das Schülerinnen und Schüler eine kostenfreie Nutzung des ÖPNVs auch außerhalb der Schulzeiten haben, das landkreisweite Qualitäts-, Sicherheits- und Vergabestandards eine Entlastung der Kommunen im Planungs- und Organisationsaufwand mit sich bringen. Herausforderungen liegen im Detail. Hoher Koordinationsbedarf, Sonderwünsche sind nur noch eingeschränkt umsetzbar bei weniger Flexibilität, das Thema „Schulzeiten“ ist ein Sensibilitätsfaktor und die Busleistungen gehen in den Wettbewerb. Ein Szenario, das bei Schulleiterin Karin Radler-Denzlein und ihrer Kollegin Monika Heller keine Begeisterungsstürme auslöste. Ebenso kritisch hörten sich auch einige Wortmeldungen aus dem Ratsgremium an. Schulleitung als auch Gemeinderat präferierten, weiter die gute Zusammenarbeit mit dem Busunternehmen Basel zu nutzen.