Den Ernteerfolg verhagelt
Autor: Fränkischer Tag
, Sonntag, 19. Juli 2026
Das Unwetter letzte Woche zerstört viele Felder, teils beträgt der Ausfall 100 Prozent
Bereits auf dem Weg nach Kleinweisach waren die Auswirkungen des schweren Hagelsturms unübersehbar. Überall lagen Blätter und abgebrochene Äste auf den Straßen – ein Vorgeschmack auf das Ausmaß der Schäden, die viele Landwirte im Landkreis getroffen haben.
Der Bayerische Bauernverband hatte zum Ernte-Pressegespräch 2026 auf den Betrieb von Landwirt und Unternehmer Alfred Winkler eingeladen. Geschäftsführer Christian Huber und Kreisobmann Robert Ort nutzten die Gelegenheit, gemeinsam mit Fachleuten und Politik einen Blick auf die diesjährige Ernte und die Herausforderungen der Landwirtschaft zu werfen.
Für Alfred Winkler war es ein besonders schwerer Tag. Sichtlich frustriert berichtete er von den dramatischen Folgen des Unwetters. „15 Minuten Hagel mit etwa kirschgroßen Hagelkörnern haben gereicht. Ich habe einen Schaden von 80 bis 90 Prozent.“ Zwar sei sein Betrieb gegen Hagelschäden versichert, dennoch könne eine Versicherung den Verlust der monatelangen Arbeit nicht ersetzen. „Es ist nicht der Sinn, das ganze Jahr über harte Arbeit zu investieren und am Ende verderben 15 Minuten die Früchte der Arbeit.“
Tankfüllung für 1000 Euro
Auch wirtschaftlich stehe die Landwirtschaft unter enormem Druck. Alle zwei Tage müsse der Mähdrescher betankt werden. Eine Tankfüllung koste rund 1000 Euro. Hinzu komme, dass auch Agrardiesel mit der CO₂-Bepreisung belastet werde. „Es gibt eben noch keine Traktoren und Mähdrescher mit E-Antrieb – und die wird es auch in 25 Jahren nicht geben.“
Winkler übernahm den elterlichen Betrieb und begann zunächst mit 40 Hühnern. Heute halten die Winklers rund 12.700 Legehennen. Die Eierproduktion entwickelte sich zum Sprungbrett für den gesamten Betrieb. Als Regionalvermarkter beliefert die Familie unter anderem drei große Bäckereien, darunter auch „Der Beck“.