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Baustelle bedroht Existenz der Geschäftsleute


Autor: Fränkischer Tag

, Sonntag, 05. Juli 2026

Andreas Heckel auf der nicht mehr vorhandenen Straße vor seinem Heizungs- und Sanitärbetrieb, zu dem es aktuell keine Zufahrt mehr gibt. Thomas Weichert


Seit zwei Jahren strapaziert die Großbaustelle in der Behringersmühler Straße die Nerven von Anwohnern und Geschäftsleuten. Für Heizungsbau- und Installateurmeister Andreas Heckel hat der finale Bauabschnitt nun jedoch existenzbedrohliche Ausmaße angenommen.

Seit dieser Woche geht in seinem Betrieb mitten im Sperrgebiet nichts mehr: Paketdienste und Großhändler haben die Belieferung komplett eingestellt. Wer aktuell die Werkstatt oder das „Energiebüro“ von Andreas Heckel in der Behringersmühler Straße 12 erreichen möchte, steht vor dem Nichts.

Wo sonst Transporter parken und Kunden ein- und ausgehen, klafft eine gewaltige Baustelle. Nach den langwierigen Kanalbauarbeiten wird der Staatsstraßenabschnitt nun komplett erneuert. Die Straße ist schlichtweg weg – und mit ihr die Lebensader des Handwerksbetriebs.

Hausnummer gestrichen

Das Hauptproblem des Meisters liegt im digitalen Zeitalter. Weil die Straße für den Asphaltbezug vollgesperrt ist, haben Navigationssysteme die Hausnummer 12 kurzerhand aus ihren Karten gestrichen. Die Folge: Paketdienstleister und Großhändler stornieren Bestellungen automatisch.

„Uns geht inzwischen das Material aus. Unsere Kunden müssen auf dringende Reparaturarbeiten warten“, schildert Heckel die dramatische Lage. Selbst Gefahrguttransporte, die dringend benötigte Flüssiggasflaschen anliefern sollten, drehen unverrichteter Dinge wieder um. Automatische E-Mails mit dem Inhalt, dass eine Zustellung aktuell unmöglich sei, bestimmen Heckels Posteingang.

Dabei gäbe es pragmatische Lösungen vor Ort. Die Bauarbeiter boten Heckel an, Material mit ihren Baumaschinen vom Absperrzaun bis in seinen Hof zu transportieren. Doch dieser Plan scheitert an der Logistik und der Bürokratie der Lieferdienste: Da es am Rand der Vollsperrung keine offizielle Hausnummer als Abgabestelle gibt, weigern sich die Fahrer, die Ware auszuladen. Die Ware geht postwendend zurück ins Depot.

Neben dem fehlenden Material leidet auch der Kundenverkehr massiv.

Laufkundschaft für das Sanitär- und Heizungsgeschäft bleibt komplett aus, Neukunden für Beratungsgespräche im Energiebüro können den Betrieb höchstens zu Fuß erreichen. In den zwei Jahren der Dauerbaustelle hat die Firma bereits erhebliche Umsatzeinbußen verkraften müssen. Trotz der existenziellen Sorgen findet Andreas Heckel kein schlechtes Wort für die Männer auf der Baustelle.

Im Gegenteil: „Die Bauarbeiter leisten eine ganz hervorragende Arbeit“, betont der Handwerksmeister.

In den vergangenen zwei Jahren hätten sie durch provisorische Einfahrthilfen immer versucht, den Zugang zum Betrieb zu ermöglichen. Als Dankeschön versorgt Heckel die Truppe täglich in den Pausen mit Getränken – bei der aktuellen Hitze spendiert er in der Mittagspause sogar Eiskaffee.

Licht am Ende des Tunnels

Trotz der Blockade bewahrt sich der Unternehmer seinen Optimismus. Und: Spätestens Ende nächster Woche soll der Asphalt fertig und die Straße wieder offiziell für den Verkehr freigegeben sein.