Druckartikel: Artenvielfalt: zum Fressen gern

Artenvielfalt: zum Fressen gern


Autor: Fränkischer Tag

, Dienstag, 21. Juli 2026

Der Landschaftspflegeverband war mit einem Informationsstand vertreten. Landratsamt Lichtenfels


Zu einem Wiesenfest hatten der Landschaftspflegeverband Lichtenfels e.V. und die Öko-Modellregion Obermain-Jura zusammen mit zwei Bio-Höfen eingeladen. Hier konnten sich die Besucher sowohl informieren als auch leckere Erzeugnisse genießen.

Lob gab es für die lockere Atmosphäre, die Gemütlichkeit für die Erwachsenen mit Streicheleinheiten bei den Ziegen „zum Anfassen“ für die Kinder kombinierte. Gut angekommen sind die Thüringer Waldziegen und Dorper Schafe, photogen, nahbar und aktiv zugleich.

Aber auch Informationen zu den Projekten waren nachgefragt. Bei einer Führung erläuterte Leonhard Anwander vom Landschaftspflegeverband das Beweidungsprojekt vor Ort. Schafe und Ziegen fördern durch ihr selektives Fressverhalten die Artenvielfalt. Es entsteht Vegetation in unterschiedlicher Höhe aus Gräsern und Kräutern in der Weide, was wiederum den Heuschrecken und Schmetterlingen hilft.

Beweidung schafft auf diese Weise Artenreichtum - auf solchen Flächen ist es bunt, die Heuschrecken zirpen laut und die Tagfalter tänzeln von Blüte zu Blüte. Der Landschaftspflegeverband Lichtenfels unterstützt und berät die Weidetierhalter.

LPV-Mitarbeiterin Carolin Lang-Gross erläuterte im Anschluss den interessierten Besuchern, warum der LPV die ehemaligen Fischteiche im Ziegengraben auf der Liste der pflegebedürftigen Biotope hat. Hier leben im Sommer seltene Amphibien, die diese Teiche zur Fortpflanzung nutzen. Im Winter benötigen sie aber nahegelegene Waldflächen, in den sie sich zur Überwinterung zurückziehen können. An anderen Stellen des Landkreises wie in Klosterlangheim wurden für den gleichen Zweck des Artenerhalts sogar Teiche in Feuchtwiesen angelegt, um den Amphibien gefährliche Wege über Straßen zu ersparen.

Als Nebeneffekt kann man sich als Anwohner über Storchenpaare freuen, die sich dank gut gedeckten Tisches in den Feuchtwiesen heimisch fühlen. Wo man gemütlich zusammenkommt darf der Genuss nicht fehlen. Deshalb boten die beteiligten Biohöfe Isabell Kremer und Landschaftspflegehof Marcus Dötzer für das leibliche Wohl Kuchen und Lamm-Bratwürste sowie weitere selbst erzeugte Produkte an.

Ebenfalls gut nachgefragt war Apfelschorle mit Main-Jura Apfelsaft aus dem Streuobstprojekt der Öko-Modellregion. Der Saft, den es bereits in drei E-Centern im Landkreis gibt, wird in Kürze ergänzt durch die Apfelschorle „Evi“ – ebenfalls mit Saft aus dem Kreisprojekt.  red