47.500 Euro Eigenanteil: Zweiter Anlauf fürs Quartierskonzept
Autor: Johannes Michel
, Mittwoch, 07. Oktober 2026
Im Juni war das Vorhaben gescheitert. Nun unternahm die Gemeindeverwaltung einen neuen Anlauf, reduzierte den Umfang deutlich und reagierte h auf Veränderungen der vergangenen Monate. Findet das Quartierskonzept für weite Teile Breitengüßbachs nun eine Mehrheit im Gemeinderat?
„Quartier Ortsmitte“. Da denken viele Breitengüßbacher vielleicht zunächst an den Kirchplatz, die Bamberger Straße und einige angrenzende Straßenzüge. Tatsächlich geht es um deutlich mehr. Rund 520 Haushalte und damit fast zwei Drittel des Hauptortes Breitengüßbach liegen in dem Gebiet, das genauer untersucht werden soll. Vor allem stellt sich die Frage: Wie können die Häuser dort künftig sinnvoll und wirtschaftlich mit Wärme versorgt werden?
Bereits die kommunale Wärmeplanung, die der Gemeinderat im Februar 2025 einstimmig beschlossen hatte, machte die Ortsmitte als Gebiet aus, in dem ein Wärmenetz näher betrachtet werden könnte. Mit dem Förderprogramm „Energetische Stadtsanierung“ bot sich für Breitengüßbach allerdings eine umfangreichere Variante an: ein integriertes Quartierskonzept. Über genau dieses Projekt wurde bereits zweimal diskutiert. Damals ging es um ein Gesamtpaket aus Quartierskonzept und einem anschließenden, auf mehrere Jahre angelegten Sanierungsmanagement. Rund 568.500 Euro förderfähige Kosten standen im Raum, mit einer 75-prozentigen Förderung über die KfW. Mit fünf zu fünf Stimmen fand das Vorhaben keine Mehrheit.
Genau an diesem Punkt setzte die jüngste Sitzung an. Geschäftsstellenleiter Stefan Neubauer räumte ein, dass die Zusammenfassung zweier unterschiedlicher Maßnahmen den Sachverhalt zusätzlich verkompliziert habe. Das Sanierungsmanagement sei eine eigenständige zusätzliche Maßnahme und gehöre nicht zu den bereits beschlossenen Schritten aus der kommunalen Wärmeplanung. Deshalb sollte diesmal ausschließlich über das Quartierskonzept entschieden werden. Damit änderte sich auch die finanzielle Dimension erheblich. Für das Konzept werden förderfähige Kosten von 190.000 Euro angesetzt. 75 Prozent davon übernimmt die KfW, bei der Gemeinde würden damit rund 47.500 Euro verbleiben. Die ursprünglich vorgesehene Machbarkeitsstudie für ein mögliches Wärmenetz wäre darin bereits enthalten.
Der Förderbescheid für das Quartierskonzept liegt Breitengüßbach bereits seit Februar vor. Neue Anträge nimmt das KfW-Programm wegen der großen Nachfrage inzwischen nicht mehr an.
Seit der ersten Abstimmung hat sich aber noch etwas anderes verändert. Die Nahwärmeanlage in Breitengüßbach gehört seit Juli nicht mehr der N-ERGIE, sondern der Maschinenring Bamberg Dienstleistungs-GmbH. Der Maschinenring liefert bereits die Hackschnitzel für die Anlage. Auch für einen möglichen Ausbau spielt das Quartierskonzept eine Rolle. Denn es würde einige Antworten liefern, etwa welche Gebäude sinnvoll angeschlossen werden könnten und ob ein wirtschaftlicher Betrieb eines Nahwärmenetzes möglich wäre. Für spätere Investitionen stehen weitere Förderprogramme zur Verfügung.
Gemeinderat Markus Zeller (UBB) positionierte sich für den Vorschlag der Verwaltung. Dass mit dem Maschinenring inzwischen ein regionaler Partner im Boot sei, auf den man sich verlassen könne, sei ein weiteres Argument fürs Konzept. Von den Gegnern des Quartierskonzepts gab es keine Wortmeldungen.