Zwischen Blubberblasen und Rabenmüttern: Jung und Alt feiern zusammen
Autor: Saale-Zeitung
Gauaschach, Montag, 16. Februar 2026
Weiberfasching wie aus dem Brauchtumsbuch – den feierten über 300 Damen mit neun Männerballettgruppen beim Carnevalsclubs Gauaschach. Seit Jahrzehnten ist Gauaschach die Hochburg des Weiberfaschings im Besengau. Die Besucherinnen kamen aus einem Umkreis von 50 Kilometern angereist. Sogar aus Ingolstadt waren Cowgirls gekommen, um das Aschier Weibertreiben einmal mitzuerleben. Tradition hat auch die Teilnahme der Frauengruppe „Die 4“ aus Nürnberg mit ihren venezianisch angehauchten Kostümen.
Vom Seifenblasen-Blubber-Outfit, Alice-in-Wonderland-Design, Discokugel, die vom Aperol-Spritz-Kostüm begleitet war bis hin zu Popcorn, Rockband, Disco Queen und auch Rabenmüttern …. natürlich waren auch jede Menge Waldrehlein, tanzende Schneeflocken und Eisköniginnen zu entdecken…. – Der Fantasiereichtum bei der Kostümwahl war sensationell.
In Aschi feiern die Jungen mit den Alten und umgekehrt. Die Mitglieder des Rentnerbänkles in der Dorfmitte, dessen Besucher ein Durchschnittsalter von 75 Jahren haben, mischten sich ganz selbstverständlich unter die turbulente Gesellschaft. Schließlich hatten die Damen die Anfänge des Weiberfaschings in Gauaschach maßgeblich mitgeprägt.
„Maskenzwang gibt es keinen mehr“, bedauerten einige Seniorinnen. „Wer früher zum Weiberfasching nach Aschi kam, durfte erst nach der Kostümprämierung die Maske abnehmen; und die war um 23 Uhr“, erinnerte sich eine 80-Jährige. „Das hat bedeutet“, ergänzt die Nachbarin: „Vier Stunden Durchhaltevermögen mit Tanzen und Schwitzen. Den Wasserverlust haben wir dann aber ganz schnell wieder ausgeglichen!“
Auch Männer dürfen zum Feiern kommen. Voraussetzung ist, dass sie in Frauenkleidung erscheinen. Neun Männerballettgruppen heizten den Damen mit ihren Schautänzen mächtig ein. GCA-Faschingsprinzessin Petra I., begleitet von ihrer persönlichen Leibwache, den maskulinen „Golden Chicken Chicks“ hatte das Faschingsruder fest in der Hand. Die Männerballetttänzer wurden von ihr mit großer Euphorie und Spannung angekündigt. Ganz gleich, ob „Die irren Iren“ aus Burghausen, die „Zeitlos Geilen“ des MB Hundsbach oder die Werwölfe des MB Büchold auf der Bühne rockten – von den Damen gab’s mega Applaus und aufreißerische Zurufe. Auch die Schamanen des MB Himmelstadt hatten sich in die Weiberhochburg gewagt. Für Turbulenzen sorgten dann die „Omas und Opas“ vom Männerballett Euerdorf sowie die Höllen-Teufel aus Retzbach. In Angst einflößenden Gesichtsmasken, roter Zunge und teuflischem Gehörn sorgten sie für Respekt und Distanz - auch unter ihresgleichen. Die Blau-Weißen Tennis-Girls des Männerballett Elfershausen schwänzelten über die Tanzfläche und auf ihrer Woodstock-Reise traf das Männerballett Aura auf die „Ärzte am Limit“, die Schwebenrieder Schönheits-Doc’s.