Walter Hein feiert 90. Geburtstag
Autor: Saale-Zeitung
, Montag, 05. Oktober 2026
Es gibt kaum jemanden im Ort, der ihn nicht kennt und ihm nicht gern Glück und Gesundheit wünscht
Am heutigen Dienstag, 6. Oktober, wird die Türglocke in der einstigen Hilfsmühle von Schloss Aschach auf der kleinen Insel in der Badergasse wohl in Dauerbetrieb sein, wenn Bürgermeister, Gemeinderäte, Kirchenvorstände, Vereinsvorstände und weitere Honoratioren aus Aschach und der Marktgemeinde Bad Bocklet sich die Klinke in die Hand geben. Denn Walter Hein feiert seinen 90. Geburtstag .
Es gibt wohl niemanden im Ort, der diesen Jubilar nicht kennt und ihm gern weiterhin Glück und Gesundheit wünscht. Mit der Gesundheit ist es seit drei Jahren nicht mehr so wie früher, erzählt Walter Hein im Gespräch mit der Zeitung. Aber trotzdem ist er mit Ehefrau Elisabeth (86) immer noch viel unterwegs. Da passt noch heute die Ansage, die Enkelin Magdalena schon vor vielen Jahren als Achtjährige auf den Anrufbeantworter gesprochen hat: „Oma und Opa sind wieder mal on Tour.“ Noch heute fährt Walter Hein gern mit seinem Pkw. „Aber nur noch kurze Strecken.“ Mal geht es zum Supermarkt am Aschacher Kreisel oder zum Arzt. Sonst ist der 90-Jährige gern zu Fuß unterwegs.
54 Jahre Kirchenpfleger
Ein wichtiger Weg ist für ihn immer noch die Treppe hoch zur Aschacher Kirche. Das Treppensteigen ist er gewohnt, nicht nur von der Treppe im eigenen Haus, sondern vor allem aus seinen 54 Jahren als Kirchenpfleger und langjähriger Küster der Dreifaltigkeitskirche, als er sich tagtäglich um die Belange von Kirche und Friedhof kümmerte.
„Kirche und Friedhof waren mein Leben.“ Erst im Februar vergangenen Jahres wurde er in einem festlichen Gottesdienst feierlich aus seinem Amt verabschiedet und für seine Dienst mit der Ehrennadel des Bistums Würzburg ausgezeichnet. Schon Jahre zuvor hatte er die St. Bruno Medaille der Diözese Würzburg bekommen.
Wenn Walter Hein seit seiner Verabschiedung jetzt etwas seltener die Treppe zur Kirche emporsteigt, macht er dies nicht, um nach dem Rechten zu sehen. „Ich kann Lebensabschnitte abschließen. Ich bin kein Mensch, der seine Nachfolger kontrolliert.“ Seine jetzigen Kirchenbesuche nutzt er zum Innehalten und zum Nachdenken – auch über seine neun Lebensjahrzehnte.