Vom Schwimmbecken zum Altar
Autor: Saale-Zeitung
Bad Kissingen, Dienstag, 05. Mai 2026
Glaube Benedict Dürrlauf aus Kleinochsenfurt, der 2024 Mitarbeiter im Pastoralen Raum Bad Kissingen war, empfängt am Samstag vor Pfingsten die Priesterweihe. Warum er sich der katholischen Kirche verschrieben hat.
Benedict Dürrlauf hätte sich dem Sport verschreiben können. Schon als Kind schwamm er mit bei den Ochsenfurter „Main-Haien“ und schnitt bei Wettbewerben erfolgreich ab. „Auf unterfränkischer Ebene habe ich über viele Jahre Titel geholt und verteidigen können“, erinnert sich der 33-Jährige. Als Jugendlicher fuhr er dreimal pro Woche von seinem Heimatort Kleinochsenfurt zum Schwimmverein nach Würzburg und arbeitete an seiner Leistung. Doch zum Hauptinhalt seines Lebens wurde nicht der Sport, sondern die Kirche.
Am 27. September 2025 empfing Dürrlauf im Würzburger Kiliansdom von Weihbischof Paul Reder die Diakonenweihe. Der nächste Schritt, die Priesterweihe durch Bischof Dr. Franz Jung, steht am Samstag, 23. Mai, an, berichtet das Würzburger katholische Sonntagsblatt.
Dürrlauf lässt sich gerne auf soziale Kontakte ein. Nicht zuletzt deswegen fühlt er sich bei der Kirche am richtigen Ort. „Bei den Schwimmern war man als Team zusammen. Da hat man viel Zeit verbracht, aber sein Privatleben nicht geteilt.“ Bei den Ministranten waren die Beziehungen untereinander anders.
Freundschaften fürs Leben
Zu den Minis stieß Dürrlauf, als er schon einen Namen als Schwimmer besaß. Gruppenwochenenden, das Ratschen an den Kartagen und das Zeltlager als Jahreshöhepunkt – das alles sagte dem Heranwachsenden zu. Vor allem aber bildeten sich unter den Messdienern Freundschaften fürs Leben heraus, auch wenn das Leben unterschiedliche Richtungen bahnte. Während sich Dürrlaufs Hang zur Kirche verstärkte, entfernten sich andere von der Institution. Die Freundschaften brachte das nicht zum Einsturz. „Mir ist es wichtig, im Freundeskreis Leute mit kritischen Sichtweisen zu haben“, betont Dürrlauf. Entscheidend sei es, respektvoll miteinander diskutieren zu können.
Dürrlauf schloss die Realschule ab, ließ sich zum Technischen Zeichner ausbilden und erwarb das Fachabitur. In seinem privaten Umfeld drängte die kirchliche Jugendarbeit den Sport zunehmend in den Hintergrund. Als Oberministrant stand er beim Zeltlager in der Lagerküche. Er und sein Team bescherten den rund 80 Teilnehmern Schnitzel mit Salatbüfett und gebackene Apfelringe mit Vanillesauce. Gutes aus der Küche festigte die Lagergemeinschaft. Er sei ein Teamplayer, schätzt sich Dürrlauf selbst ein. In Kleinochsenfurt übernahm er mit anderen den Mesnerdienst und schloss sich als Jugendvertreter dem Pfarrgemeinderat an.
Dem Fachabitur folgten einige Semester Maschinenbau an der Fachhochschule Schweinfurt. Eine berufliche Zukunftsperspektive wurde daraus nicht. Dürrlauf orientierte sich um.
Nun kam die Kirche, die für sein Privatleben wichtig war, auch als möglicher Arbeitgeber in Frage. Von 2017 bis 2021 studierte er an der Katholischen Universität Eichstätt Religionspädagogik und kirchliche Bildungsarbeit. Für die Zukunft schwebte ihm vor, als Gemeindereferent in der Seelsorge zu arbeiten. Doch in dieser Eichstätter Zeit kam noch einmal einiges in Fluss.