So geht Mode: eine Maßschneidermeisterin gibt Einblicke
Autor: Saale-Zeitung
Hammelburg, Mittwoch, 01. April 2026
Hammelburg Der Verein der Freunde des Frobenius-Gymnasiums Hammelburg hat im Rahmen des Frobenius Forums gemeinsam mit dem Lionsclub Hammelburg Trimburg-Saaletal zu einem öffentlichen Vortrag mit dem Thema „Kunst am Körper – So geht Mode“ eingeladen.
Referentin war Nicole Brandler, ehemalige Schülerin des Frobenius-Gymnasiums Hammelburg und Inhaberin des Trend-Ateliers Brandler in Hammelburg, einer Maßschneiderei mit Sitz in Untererthal. In ihrem Vortrag sprach Nicole Brandler über ihren beruflichen Werdegang und gab Einblicke in das kreative Leben einer Maßschneiderin.
Der Vorsitzende Professor Dr. Manfred Gerlach begrüßte die zahlreichen Gäste und die anwesenden Schülerinnen und Schüler in der Aula des Gymnasiums. Das Frobenius Forum wurde vor allem initiiert, um ehemalige Schülerinnen und Schüler, die außerhalb Hammelburg beruflich erfolgreich sind oder außergewöhnliche Berufe gewählt haben, zu einem Vortrag einzuladen.
Vom Abi zum Atelier
Nicole Brandler legte 1985 ihr Abitur am Frobenius-Gymnasium ab. Anschließend entschied sie sich bewusst gegen ein Designstudium und absolvierte eine Ausbildung zur Modeschneiderin bei den Bekleidungswerken Karlstadt. Nach ihrer verkürzten Lehre wechselte sie nach München zu „Rena Lange“, später zur jungen avantgardistischen Firma „Schneider & van Ginkel“.
Ihre berufliche Qualifikation erweiterte sie kontinuierlich: zunächst zur Schnittdirektrice, später – nach einem Zwischenstopp in der Industrie – 1994 zur Maßschneidermeisterin. Noch im selben Jahr kehrte sie nach Untererthal zurück und eröffnete dort das Trend-Atelier Brandler, wo sie seither exklusive Mode für Damen in handwerklicher Perfektion nach Maß anfertigt. Dies steht für Langlebigkeit und Nachhaltigkeit in der Modebranche.
In ihrem Vortrag erklärte Nicole Brandler, dass „Kunst am Körper“ zum einen durch perfekte Schnittgestaltung entstehe, aber auch durch Modellieren des Stoffes am Körper als alternative Modellgestaltung. Zudem können besondere Effekte durch die Bearbeitung des Stoffes entstehen, was Mode wiederum individuell mache.
Kurz überriss siedie Geschichte der Mode, die immer durch Übertreibungen lebte (Mittelalter bis 20. Jahrhundert) oder Protest gegen die Gesellschaft darstellte (60er/70er-Jahre). Heute sieht Brandler unter dem Verständnis „Mode“ in der Gesellschaft nur noch Konsum. Wenige Großkonzerne machen billige Mode in millionenfacher Ausfertigung, und alle Menschen sehen gleich aus.