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Rhönklub in der Theaterstadt Meiningen


Autor: Karin Voll

, Donnerstag, 24. Sept. 2026

Die Gruppe des Rhönklubs Burkardroth. Karin Voll


Mitte September unternahm der Rhönklub-Zweigverein Burkardroth eine ganz besondere Kulturfahrt in die thüringische Residenzstadt Meiningen. Anlass der Fahrt war ein glanzvolles Jubiläum: der 200. Geburtstag von Herzog Georg II. von Sachsen-Meiningen. Der als Theaterherzog weltberühmt gewordene Regent prägte Meiningen wie kein anderer und hinterließ ein kulturelles Erbe, das bis heute weit über die Grenzen der Region hinaus strahlt.

Der Ausflug startete mit einer faszinierenden, zweistündigen Führung durch den weitläufigen Theaterkomplex des Staatstheaters Meiningen. Hier tauchten die Teilnehmer tief in die Theatergeschichte des 19. Jahrhunderts ein.

Herzog Georg II. übernahm ab 1866 persönlich die Leitung des Hoftheaters und revolutionierte die Bühnenkunst grundlegend. Gemeinsam mit seiner Ehefrau, der ehemaligen Schauspielerin Helene Freifrau von Heldburg, und dem genialen Intendanten Ludwig Chronegk schuf er die weltberühmten „Meininger Prinzipien“. Nach ihnen hatte sich alles, Bühnenbild, Kostümierung und auch die Schauspieler dem dichterischen Werk unterzuordnen.

Im großen und glanzvollen Saal, der mit seinen beiden Parkett- und mehreren Rangebenen mehr als 700 Gästen Platz bietet, erfuhr die Gruppe vom Leistungsvermögen und -anspruch der Theaterspieler auf der Bühne. Beim folgenden Rundgang über die weite, mit modernster Technik ausgestatteten Bühne, dem Schlängeln durch das Labyrinth der überquillenden Requisitenräume, dem Besuch der Umkleide und vor allem den mit vielfältig farbigen Hilfsmitteln ausgestatteten Schminkraum, gewannen die Besucher einen spannenden Einblick in das Innere eines Theaterlebens.

Nach einer erholsamen Mittagspause setzte die Gruppe ihr Kulturprogramm im Theatermuseum „Zauberwelt der Kulisse“ fort, das in der historischen, herzoglichen Reithalle untergebracht ist. Das Museum hütet einen unschätzbaren Schatz: 275 originale, historische Bühnenbilder aus der berühmten Coburger Werkstatt der Gebrüder Brückner, die bereits die legendären Gastspielreisen der Meininger begleiteten.

Dank moderner Licht- und Tontechnik erwachte das zur Zeit ausgestellte Meisterwerk der Kulissenmalerei, „Das Lager von Pilsen“, aus Friedrich Schillers „Wallensteins Lager“ im Museum eindrucksvoll zum Leben und entführte die Burkardrother Wanderfreunde in eine längst vergangene Epoche der Bühnenmagie.

Ein weiteres Highlight war die Kaffeepause im „Turmcafé im Hessensaal“, das sich im obersten Stockwerk des barocken Schlosses Elisabethenburg befindet. Weithin als eines der schönsten Barockcafés Deutschlands und Europas gepriesen, bot es mit seinen prächtigen, historischen Stuckdecken ein unvergessliches Erlebnis. Bei Kaffee und Kuchen genossen die Vereinsmitglieder den fantastischen Ausblick über den weitläufigen, dreiflügeligen Schlossinnenhof der einstigen herzoglichen Residenz.

Der erlebnisreiche Tag fand seinen Abschluss bei einem geführten Spaziergang durch die historische Meininger Altstadt. Das Stadtbild wird eindrucksvoll von der dreischiffigen Stadtkirche St. Marien geprägt. Ihre zwei markanten, 50 Meter hohen, mit einem Steg miteinander verbundenen Türme und das bunt gemusterte, grün-rot glasierte Ziegeldach zogen die Blicke auf sich.

Im Inneren der Kirche bewunderte die Gruppe die berühmte Reger-Orgel.

Vorbei an prachtvollen, geschichtsträchtigen Fachwerkhäusern wie dem Schlundhaus von 1906, dem Büchnerschen Hinterhaus von 1596 und dem Baumbachhaus aus dem 18. Jahrhundert ging ein inspirierender Ausflug zu Ende, der den Teilnehmern die lebendige Geschichte und das großartige Erbe des Meininger Herzogtums auf eindrucksvolle Weise nähergebracht hat.

 Klaus Wehner