Musikschulen stärken
Autor: August-Kömpel-Musikschule e.V.
, Mittwoch, 28. Oktober 2026
Wie können öffentliche Musikschulen langfristig gestärkt und ihre Finanzierung verlässlich gesichert werden? Diese Frage stand im Mittelpunkt des 49. Bayerischen Musikschultags, der vom 22. bis 24. Oktober unter dem Motto „Gemeinsam.Stärken.Bilden..“ im Landkreis Fürstenfeldbruck stattfand. Vertreterinnen und Vertreter aus Musikschulen, Politik, Kommunen und Elternvertretungen kamen zusammen, um sich über die Zukunft der musikalischen Bildung auszutauschen.
Mit dem Musikschultag gab der Verband Bayerischer Sing- und Musikschulen (VBSM) zugleich den Startschuss für eine gleichnamige Kampagne, die die Bedeutung der öffentlichen Musikschulen und die gemeinsame Verantwortung für ihre Zukunft stärker ins Bewusstsein rücken soll.
Beim Festakt am Freitag im Veranstaltungsforum Fürstenfeld betonte VBSM-Präsident Martin Bayerstorfer die Stärke der bayerischen Musikschullandschaft: Mit inzwischen 224 öffentlichen Sing-und Musikschulen und rund 230.000 Schülerinnen und Schülern erreicht sie mehr Menschen als je zuvor. Dahinter stehe eine breite Gemeinschaft aus Freistaat, Kommunen, Familien, Schulleitungen, Lehrkräften, Verwaltungskräften und ehrenamtlich Engagierten.
Landrat Bernd Sibler, Präsident des Bayerischen Musikrates, unterstrich ebenfalls den gesellschaftlichen Wert musikalischer Bildung und mahnte verlässliche Rahmenbedingungen an, damit sie allen Menschen zugänglich bleibe.
In seiner Festrede stellte Prof. Robert Wagner, langjähriger Leiter der Musikschule Fürth und Wegbereiter der inklusiven Musikschularbeit, die Teilhabe in den Mittelpunkt. „Musikschulen stärken dann, was uns verbindet, wenn sie das gemeinsame Lernen und Musizieren als Auftrag begreifen“, so Wagner. Inklusive Musikpädagogik begreife unterschiedliche Fähigkeiten als Bereicherung und schaffe Räume für Begegnung, Zugehörigkeit und gemeinsames Lernen. Damit leisteten Musikschulen einen wichtigen Beitrag zum gesellschaftlichen Zusammenhalt und zur Demokratie.
Ein besonders bewegender Moment des Festakts war die posthume Verleihung der Carl-Orff-Medaille an Johanna Fischer. Mit der höchsten Auszeichnung des VBSM würdigte der Verband ihr langjähriges und außergewöhnliches Engagement für die Elternarbeit an den öffentlichen Musikschulen in Bayern. Regina Huber, Vorstandsmitglied der Landeselternvertretung (LEV), und Karl-Heinz Hollnberger, ehemaliger zweiter Vorsitzender der LEV, nahmen die Auszeichnung stellvertretend entgegen.
Wie sich die öffentlichen Musikschulen in Bayern langfristig stärken und finanziell absichern lassen, diskutierten die Teilnehmenden am Freitagnachmittag im Zukunftsforum. Schulleitungen, Lehrkräfte, Fachberaterinnen, Träger, Elternvertretungen und politische Vertreterinnen brachten ihre Perspektiven ein.