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Mondvögel und Schmetterlinge im Winter


Autor: Saale-Zeitung

Bad Kissingen, Montag, 12. Januar 2026

Jahresprogramm  Der Schutz der Nacht(-tiere), die Pflege des Streuobstes, die Weiterbildung von Artenkennern sind Schwerpunkte der Umweltschutzarbeit der BN-Kreisgruppe in diesem Jahr.
Raupe vom Großen Schillerfalter: Was machen Schmetterlinge eigentlich im Winter? Darum geht es in einer BN-Veranstaltung am 15. Februar.


Die Bandbreite der 56 Veranstaltungen des gedruckten Programms der Kreisgruppe Bad Kissingen des Bundes Naturschutz ist groß. Verteilt über den Landkreis finden Exkursionen und Vorträge zu den verschiedensten Themen des Arten- und Klimaschutzes statt, heißt es in einer Pressemitteilung der BN-Kreisgruppe Bad Kissingen.

„Wir versuchen möglichst viele Aspekte des Naturschutzes vor Ort und auch überregional abzudecken“, erläutert BN-Kreisgruppenvorsitzender Dr. Alexander Beck. „Wir bedanken uns bei allen, die Exkursionen und Kurse leiten, für ihr ehrenamtliches Engagement. Ziel ist es, mehr Menschen für die Natur vor Ort zu begeistern und zu Artenkennern auszubilden und den Klimaschutz voranzubringen.“

Das Jahresprogramm mit Rückblick wird in den nächsten Wochen an alle 2500 Mitglieder verteilt und liegt an den bekannten öffentlichen Stellen aus. Weiterhin stehen alle Veranstaltungen auch auf der Homepage des Bundes Naturschutz und werden in den sozialen Medien beworben. Da sicher noch einige Veranstaltungen hinzukommen, lohnt es sich, sich beim Newsletter der BN-Kreisgruppe anzumelden oder auf Instagram zu folgen, heißt es weiter.

Künstliche Intelligenz im Naturschutz

Los geht es bereits am Freitag, 30.Januar, um 18 Uhr mit einem Vortrag von Dr. Sten Zeibig, Geschäftsführer von indblik.io zum Thema „Künstliche Intelligenz im Naturschutz: Was sie bringt – und was nicht“. Künstliche Intelligenz wird im Naturschutz und in den artenschutzfachlichen Planungsschritten immer wichtiger – aber sie ist kein Ersatz für Feldarbeit und Artenkenntnis. Der Vortrag zeigt, wo KI wirklich helfen kann, welche Grenzen es gibt und wie moderne Verfahren sinnvoll mit klassischen Methoden zusammenspielen. Außerdem geht es um die zentrale Rolle ehrenamtlicher Artenmeldungen und darum, wie gute Daten bei zuverlässigen Auswertungen helfen. Der Veranstaltungsort wird noch bekanntgegeben.

Am Sonntag, 15. Februar, geht es im Freien um die Frage, was Schmetterlinge im Winter machen und wo sie zu finden sind. Dieser spannende Ausflug für jedermann wird von dem Experten Max Schmucker geleitet.

Professor Glaubrecht in Bad Brückenau

Besonders freut sich die Kreisgruppe Bad Kissingen des Bundes Naturschutz am Sonntag, 22. Februar, den Autor und Professor Dr. Glaubrecht für einen Vortrag „Vielfalt des Lebens schützen – Zukunft bewahren“ in Bad Brückenau im Rahmen einer BN-Wintertagung gewonnen haben zu können. An diesem Nachmittag steht der Austausch mit Interessierten und Klima- und Naturschützern im Vordergrund.

„Mit Umweltängsten greifen wir ein weiteres wichtiges Thema auf, das vor allem bei Jugendlichen aktuell ist“, so Eva Zeibig vom BN-Vorstand. Am Mittwoch, 4. März, findet der Vortrag „Klima im Kopf – psychische Gesundheit in globalen Krisen“ als Kooperationsveranstaltung mit der Akademie Heiligenfeld statt. Die Referentin Katharina van Bronswijk ist Psychotherapeutin und Autorin und spricht über Umweltängste und wie wir daraus positive Kraft schöpfen können.

Bittere Schokolade

Am Donnerstag, 16. April, berichtet Dr. Arno Wielgoss, Tropenagrarökologe und ausgewiesener Kakaoexperte, in Hammelburg über „Bittere Schokolade? Ökologie und Fairness in der Kakaowertschöpfungskette“. Der weltweit steigende Kakaobedarf hat in vielen Anbauregionen gravierende soziale und ökologische Folgen, heißt es in der Pressemitteilung.

Geschäftsstellenleiterin Elisabeth Assmann freut sich über die Bandbreite an Angeboten beim BN Bad Kissingen: „Das wird wieder ein erlebnisreiches Veranstaltungsjahr. Von der Linux-Party zur Umstellung von Windows auf Linux, um den Neukauf eines PCs zu vermeiden, über Repaircafés, Upcycling-Nähkursen bis zu klassischen naturkundlichen Wanderungen ist für jeden etwas geboten. Besonders freue ich mich auf die Nacht am Samstag, 27. Juni, am Tintenfass mit Musik, Mondvögel im Mittsommer-Mondlicht. Hier wird im Rahmen des vom bayerischen Umweltministerium geförderten Bildungsprojektes „Faszinierende Welt der Nachtfalter“ besonders auf den Schutz der Nacht(-tiere) hingewiesen. Weiterhin kooperieren wir mit Kindergärten und Schulen und helfen beim Gestalten von insektenfreundlichen Nachtfaltergärten.“ Dank der ehrenamtlichen Kursleiterinnen und Kursleiter sowie der Förderung sind die Veranstaltungen meist kostenfrei und auch für Nichtmitglieder offen.

Führungen und Kinderzeltlager

Weiterhin finden Führungen im Wald und Garten, Trockenmagerrasen und Teich statt. Das beliebte Kinderzeltlager „Wildnis an der Schondra“ ist vom Freitag bis Sonntag, 24. bis 26.Juli.

Neben den Exkursionen, Workshops und Vorträgen kommt für die Aktiven beim Bund Naturschutz noch die Pflegearbeit auf den BN-Flächen hinzu, wie zum Beispiel im Waldgarten in Römershag, den Streuobstwiesen.

Auch die Helfer und Helferinnen beim Amphibienschutz stehen schon in den Startlöchern. Denn sobald die Temperaturen nachts über neun Grad steigen und es feucht ist, werden die Amphibien wieder zu ihren Laichgewässern wandern. „Über neue Helfende in allen Bereichen freuen wir uns immer. Interessierte können sich einfach im BN-Büro oder per Mail (bad-kissingen@bund-naturschutz.de) melden“, sagt Eva Reichert-Nelkenstock, zweite Vorsitzende der BN-Kreisgruppe.

„Bei den langjährigen Unterstützerinnen und Unterstützern, sei es als passives Mitglied oder bei praktischen Arbeiten, bedanken wir uns sehr. Ohne deren Mithilfe sind die vielen Veranstaltungen, Infostände, Ferienprogrammangebote nicht möglich.“

Durch den 2025 von Oskar Jungklaus neu ins Leben gerufenen Arbeitskreis Biodiversität, der sich in der Regel am letzten Freitag im Monat um 17 Uhr trifft und Begehungen zu verschiedensten Themen der Pflanzen- und Tierwelt macht, wurde ein Treff geschaffen, der Spaß macht und auch die Artenkenner vor Ort stärken soll, heißt es in der Presseerklärung. red