Märchenkönig in der Kurstadt
Autor: Saale-Zeitung
Bad Kissingen, Mittwoch, 25. Februar 2026
Geschichte „König Ludwig II. und Bad Kissingen, Kaiserkur & Frankenfahrt“: Eine Sonderausstellung im Museum Obere Saline zeigt die frühen Herrscherjahre des Monarchen.
König Ludwig II., der beliebte „Märchenkönig“, fasziniert bis heute das Publikum. Die Schlösser von Bayerns König Ludwig II. wurden erst letztes Jahr ins Weltkulturerbe aufgenommen. Souvenirartikel, zahlreiche Filme und Ausstellungen prägen unser Bild vom „Kini.“ Wer an ihn denkt, denkt mit Schauern an seinen mysteriösen, tragischen Tod im Starnberger See.
In der neuen Ausstellung in Bad Kissingen hingegen geht es um den jungen König als Mensch. Die Ausstellung ist bis zum 30. August zu sehen.
Detaillierte Recherchen
Keiner der Wittelsbacher Herrscher verbrachte so viele Tage in Bad Kissingen wie König Ludwig II. von Bayern (1845-1886). Die Ausstellung in Bad Kissingen gibt mit neuen Forschungsergebnissen und detaillierten Recherchen zu den Kissinger Aufenthalten Ludwigs II. spannende Einblicke in das Leben des jungen Königs und seine Beziehung zu Bad Kissingen.
Die Ausstellung erzählt von der Leidenschaft des Königs, andere zu beschenken. Sie stellt den jungen, sportlichen König vor, der nach dem unerwarteten Tod seines Vaters am 10. März 1864 mit 18 Jahren König wurde. Ins kalte politische Wasser geworfen musste er völlig unvorbereitet die Regierungsgeschäfte übernehmen. Kurz nach seiner Inthronisation empfing König Ludwig II. im Mai eine Delegation aus Kissingen und ließ den Bürgern Kissingens ausrichten: „Ich erinnere mich noch mit Vergnügen an Kissingen und seine schöne Umgebung, besonders der Ruine Bodenlaube. – Ich weiss, wie gerne Mein seliger Vater in Kissingen war und wie viel er auf Kissingen gehalten hat. Ich werde Kissingen dasselbe sein, was mein seliger Vater ihm war. Kissingen werde ich besuchen, wie Meine dringendsten Geschäfte erledigt sind.“
Ludwig hatte sich wohl bei der Audienz an seinen ersten Aufenthalt in der Kurstadt erinnert. Als Kronprinz war er mit seiner Mutter Königin Marie von Bayern und seinem Bruder Otto 1852 nach Kissingen gekommen und lernte dort in der eigens für ihn und seinen Bruder errichteten Flussbadeanstalt in der Fränkischen Saale schwimmen. Einige Wochen nach dem Besuch der Kissinger Delegation reiste König Ludwig II. im Juni 1864 nach Kissingen. Unter der Regierung seines Großvaters König Ludwig I. (1786-1848) erfolgte der Ausbau des Bades Kissingen zum internationalen Kurort und Treffpunkt des europäischen Hochadels. Ludwig II. empfing jetzt dort die russische Zarenfamilie und das österreichische Kaiserpaar.
Von Marcus Spangenberg, dem Biografen Ludwigs II., können die Besucher der Bad Kissinger Sonderausstellung in einer Medienstation erfahren, wie eng sich die Beziehung zwischen Ludwig II. und der russischen Zarin in Kissingen entwickelte.
Im Sommer 1864 begann in Kissingen auch die enge freundschaftliche Beziehung zwischen König Ludwig II. und seiner Cousine Elisabeth, geborene Prinzessin in Bayern und damalige Kaiserin von Österreich. Ludwig traf sich mit Sisi zum Tee. Beide unternahmen gemeinsame Ausritte. Der aufsehenerregenden „Kaiserkur“ von 1864 folgten noch zwei weitere Aufenthalte in der Kurstadt. 1868 besuchte König Ludwig II. ein letztes Mal Kissingen.