KI-gestützter Schutzzaun im Test
Autor: Sigismund von Dobschütz
, Mittwoch, 29. Juli 2026
Wie der Landkreis Bad Kissingen digitale Kompetenz- und Bildungsregion werden soll
Mit der Übergabe eines Förderbescheids des bayerischen Staatsministeriums der Finanzen und für Heimat in Höhe von 189.000 Euro startete im vergangenen Sommer das Zukunftslabor des Landkreises, ein Projekt der im Landratsamt Bad Kissingen angesiedelten Kompetenzstelle Digitalisierung, Breitband und Mobilfunk. Aktuelle Trends wie der Einsatz von Drohnen und Künstlicher Intelligenz (KI) werden dort erforscht und getestet.
Stationiert ist das Zukunftslabor in der bis 2011 bemannten DWD-Wetterstation bei Hausen. Projektziele sind unter anderen die Digitalisierung des Umweltschutzes und der durch Künstliche Intelligenz (KI) optimierte Herdenschutz.
Der Wolf ist seit geraumer Zeit wieder in die Rhön vorgedrungen. Landwirte sind seitdem verunsichert. Sie sehen ihre frei weidenden Tiere gefährdet. Um diese Weidetiere vor Wölfen und anderen Fressfeinden zu schützen, startete Kompetenzstellenleiter Hartmut Vierle in Anwesenheit des Landrats Mario Götz sowie geladener Landwirte und Tierhalter aus der Region das Teilprojekt eines KI-gestützten „intelligenten Herdenschutz-Zaunes“ auf einer Weide am Ortsrand von Aura (wir berichteten).
So funktioniert der Zaun
Dieses von der Gemeinde Aura dem Zukunftslabor kostenfrei zur Verfügung gestellte und etwa 1600 Quadratmeter große Grundstück – das frühere HOBOS-Bienenforschungsgelände am alten Pumphaus im Wässerungsweg – wurde vom Sponsor AKO-Agrartechnik aus Wangen-Geiselharz (Allgäu) mit Hilfe des Teams um den mehrfachen Vize-Zaunbauweltmeister Sven Jakob, Inhaber der Firma SJ Zaunsysteme in Wörth am Main (Landkreis Miltenberg), mit einem „Vorzeigeweidezaun“ versehen, um dort künftig Schafe, Ziegen, Alpakas und Esel vom örtlichen Biohof Brand gefahrlos grasen zu lassen.
Nachdem massive Zaunpfosten aus langlebigem Robinienholz mittels einer Ramme zentimetergenau in den Boden getrieben worden waren, wurde auf einer Gesamtlänge von knapp 200 Metern in unterschiedlichen Höhenabständen ein stark verzinkter Stahldraht gespannt, der über ein Weidezaungerät mit Strom versorgt wird.