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Jüdisches Leben in Hammelburg entdecken


Autor: Frobenius-Gymnasium Hammelburg

, Sonntag, 25. Oktober 2026

Schülerinnen und Schüler der 9. Klassen des Frobenius-Gymnasiums Hammelburg während des Audiowalks durch die Stadt.Eva-Maria Conrad


In Hammelburg lebten Juden? Wie und wo? Warum gibt es heute keine jüdische Gemeinde mehr, und was ist mit den Menschen geschehen?

Um sich mit diesen Fragen zu beschäftigen, machte sich die 9. Jahrgangsstufe des Frobenius-Gymnasiums auf den Weg. Das war am Dienstag, 13. Oktober, an einem recht feucht-trüben Tag. Beim Audiowalk fror es den einen oder anderen. Doch eine Exkursion sei immer besser als Unterricht im Klassenzimmer, so die Teilnehmenden.

Im Rahmen des Religions- und Ethikunterrichts beschäftigten sich die 60 Schülerinnen und Schüler mit dem Leben der Hammelburger Juden, als es noch welche gab. An verschiedenen Stationen erfuhren sie Spannendes über das jüdische Leben und die Geschichte der jüdischen Gemeinden in und um Hammelburg. „Es war gut, dass wir in Kleingruppen unterwegs waren und uns auf dem Weg austauschen konnten. So war eine intensive Auseinandersetzung möglich“, lautete das positive Feedback der Schülerinnen und Schüler. Allerdings gab es auch selbstkritische Anmerkungen: „Wir haben gemerkt, dass uns noch viel Hintergrundwissen fehlt, um alles zu verstehen, was damals geschah.“

Ein besonderer Teil des Rundgangs war der Besuch des jüdischen Friedhofs in Pfaffenhausen. Die Schüler trugen dort alle Mützen, wie es für Männer an heiligen Orten des Judentums Brauch ist. Das machte den Respekt, mit dem die Jugendlichen dem Thema begegneten, spür- und sichtbar. Vor Ort betrachteten sie die alten Grabsteine und erhielten von Frau Mence, die sich intensiv mit jüdischem Leben in Hammelburg auseinandergesetzt hat, Einblicke in die Vergangenheit sowie in Symbole, Rituale und Praktiken der jüdischen Religionsgemeinschaft.

Die Zerstörungsspuren an den Gräbern entsetzten alle Schülerinnen und Schüler. Unverständlich erscheint ihnen die Ignoranz vieler Menschen in Deutschland gegenüber dieser Geschichte. „Eigentlich interessiert mich Geschichte nicht so sehr, aber ich habe verstanden, warum wir das heute gemacht haben“, bekannte einer der Schüler. „Besonders berührt hat mich die Ernsthaftigkeit und Tiefe der Beiträge“, gesteht eine Schülerin. Für viele hat die Geschichte nun Gesichter und Namen.

Der Audiowalk machte Geschichte greifbar und zeigte, wie eng die Vergangenheit mit den Orten verbunden ist, die uns heute umgeben. Auch wenn wir heute in Hammelburg leider kein jüdisches Leben mehr erleben, können wir der Familien und Mitbürger gedenken und sie in Erinnerung behalten.

 Minaal Ahmad (Klasse 9a),  Schülerreporterin des  Frobenius-Gymnasiums  Hammelburg