In der Stille des Sperrgebiets
Autor: Thomas Helfrich
, Dienstag, 03. November 2026
An Allerheiligen waren die Friedhöfe in Altglashütten und Reußendorf wieder offen
Wenn sich an Allerheiligen für wenige Stunden die Schranken des Truppenübungsplatzes Wildflecken öffnen, gelangt man in eine Welt, die sonst im militärischen Sperrgebiet verborgen liegt. Es ist eine traditionelle Gedenkaktion der Reservistenkameradschaft (RK) Wildflecken, die eine Reise in die Vergangenheit und eine Spurensuche zu den ehemaligen Ortschaften Altglashütten und Reußendorf ermöglicht, wie Thomas Helfrich in einer Pressemeldung schreibt.
Im Vorfeld galt es für die RK-Mitglieder, die Zufahrtswege auszuschildern. Um einen sicheren und reibungslosen Ablauf zu gewährleisten, erfassten RK-Kameraden die Besucher bei der Ein- und Ausfahrt auf das Truppenübungsplatzgelände. Auch wenn die Resonanz mit rund 60 Besuchern diesmal etwas geringer ausfiel, zeigt das stetige Interesse, wie tief verwurzelt das Gedenken in der Region ist. Wer diese Orte heute besucht, sucht keine lebendigen Dörfer, sondern die steinernen Zeugnisse einer verlorenen Heimat: die verbliebenen Friedhöfe inmitten der Rhöner Natur.
Historische Fotos
Die Aktion der RK nutzten in diesem Jahr auch Fabian Elm – Sohn des verstorbenen Matthias Elm, der sich viele Jahrzehnte leidenschaftlich in der Heimatpflege engagiert hatte – und Marko Hohmann für eine besondere Initiative. Sie hatten im unteren Teil der Dorfstraße von Reußendorf historische Fotos der ehemaligen Häuser aufgestellt. Die Bilder vermittelten einen lebendigen Eindruck davon, wie das Dorf vor seiner Absiedlung einmal aussah.
Bevor die ersten Besucher eintreffen, gehört der Friedhof von Reußendorf ganz der Natur. Für Thomas Helfrich, Mitglied der ausrichtenden RK Wildflecken, ist dies jedes Mal ein Moment von unschätzbarem Wert. Wer hier allein steht, spürt eine tiefe, fast himmlische Ruhe, die es im modernen Alltag kaum noch gibt. Kein Motorenlärm, keine Hektik – nur das Rauschen des Windes in den alten Bäumen, so Helfrich.
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