Garitzer singen über dem Rhein
Autor: Hermann Schober
, Dienstag, 13. Oktober 2026
Hoch über dem Rhein trommelte Reiseleiter Horst Hippler seine „Göritzer“ Sangesfreunde vom Gesangverein 1883 Garitz e.V. zusammen: „Hört amol alle zu“. Bei herrlichem, herbstlichem Sonnenschein lenkte Horst Hippler die Blicke der vierzig Reiseteilnehmer auf den verdurstenden Rhein und auf das Niederwalddenkmal. Über den Weinbergen des Rheingaus erinnert es an die Gründung des Deutschen Reiches im Jahre 1871. Reisechorleiter Elmar Brehm sortierte die zwölfköpfige Garitz-Rheingauer Männerchorgruppe und dirigierte zur Freude der zahlreichen Touristen das Weinlied: „Aus der Traube in die Tonne“. Im nahegelegenen Rüdesheim füllten die Garitzer Reisenden die weltbekannte Drosselgasse und gönnten sich eine wohlverdiente Einkehr.
Den dreitägigen Ausflug des Gesangvereins hatte Ehrenfried Riegel, Sänger im 1.Tenor angeregt. Er führte die Reisegruppe durch Bad Schlangenbad. Hier hatte der Porzellanmaler viele Jahre sein Atelier. Grund genug, Schlangenbad anzusteuern und im „Schlangenkeller“ bei zwei munteren Weinabenden gemeinsam zu singen und die durstigen Kehlen mit trockenem Riesling zu erfrischen. Elmar Brehm und seine Frau Kreszenzia und Hartmut Großmann, Männerchorsprecher und Chorbarde, glänzten mit Solovorträgen.
Im kulturellen und besinnlichen Teil der Reise führte Horst Hippler die Garitzer Reisegruppe durch das Kloster Eberbach. Die ehemalige Zisterzienser-Abtei ist berühmt für ihren Weinbau. In der Romanischen Klosterbasilika stimmte die Männerchorgruppe unter der Leitung von Elmar Brehm das Lied „Das Morgenrot“ an: „Am kühlenden Morgen, wenn alles noch ruht...“. In der Kiedricher Michaelskapelle, einem Schatzkästlein der Gotik, grüßte das Ehepaar Brehm mit einem irischen Reisesegen. Das Rheingau-Städtchen Eltville (sprich: Eltfill) mit seiner Altstadt, der Kurfürstlichen Burg und der Rheinuferpromenade wurde bei einem Stadtrundgang erkundet.
Die geplante Schifffahrt auf dem Rhein von Rüdesheim nach St. Goarshausen musste ausfallen, weil dem Rhein das Wasser fehlte. Im UNESCO-Welterbe „Oberes Mittelrheintal“ kam der Bus zum Einsatz. Auf dem Loreley-Felsen stellten sich alle Garitzer zusammen und sangen hoch über dem Rhein Heinrich Heines Lied von der Loreley: „Die schönste Jungfrau sitzet dort oben wunderbar, ihr gold‘nes Geschmeide blitzet, sie kämmt ihr gold‘nes Haar.“ Mit Rheinwein bedankte sich Männerchorsprecher Hartmut Großmann für den Gesangverein 1883 Garitz e.V. bei allen, die zum Gelingen der Reise beigetragen haben, bei Horst Hippler und Ehrenfried Riegel, die die Reise vorbereitet und geleitet haben und beim Reisechorleiter Elmar Brehm mit seiner Gattin Kreszenzia. Dann ging es wieder zurück nach Hause, nicht ohne in der Rhön noch eine Rast für ein gemeinsames Abendessen einzulegen.
Hermann Schober