Fast 250.000 Euro für die Landwirte im Landkreis
Autor: Saale-Zeitung
Hammelburg, Montag, 13. April 2026
In den zurückliegenden Monaten hatten die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Unteren Naturschutzbehörde mehr zu tun als üblich, wie es in einer Pressemitteilung aus dem Landratsamt Bad Kissingen heißt: Denn im Januar und Februar schlossen 116 Landbewirtschaftende auf 441 Flächen mit einer Größe von insgesamt ungefähr 485 Hektar Vereinbarungen über das Bayerische Vertragsnaturschutzprogramm (VNP) ab. Dabei seien knapp 250.000 Euro in die besonders naturverträgliche Bewirtschaftung im Landkreis Bad Kissingen investiert worden, heißt es.
Im Fokus standen in diesem Jahr Beweidungsflächen im Truppenübungsplatz Hammelburg, bei Münnerstadt und Winkels sowie im Schmalwassertal, außerdem Flächen für die seltenen Schmetterlingsarten Heller und Dunkler Wiesenknopf-Ameisenbläuling.
Das Programm des bayerischen Umweltministeriums honoriert die naturschutzgerechte Bewirtschaftung von ökologisch wertvollen Lebensräumen finanziell: Landwirte, die auf freiwilliger Basis ihre Flächen nach den Zielen des Naturschutzes bewirtschaften, erhalten für den zusätzlichen Aufwand und den entgangenen Ertrag ein angemessenes Entgelt, schreibt das Landratsamt. So können beispielsweise blüten- und insektenreiche Flächen erhalten werden, indem bei extensiver Mähnutzung ein Schnittzeitpunkt ab Mitte Juni gewählt und außerdem auf Dünge- und Pflanzenschutzmittel verzichtet wird.
Für die beiden Arten der Wiesenknopf-Ameisenbläulinge gibt es ein spezielles Programm im VNP mit einem frühen verpflichtenden ersten Schnitt und einer anschließenden Bewirtschaftungsruhe bis Ende August. Dies dient der Entwicklung des Großen Wiesenknopfs sowie dem Schutz der Ameisennester.
Insgesamt konnten hierfür im Landkreis Bad Kissingen in diesem Jahr auf 26 Flächen mit insgesamt 19 Hektar Maßnahmen abgeschlossen werden, so die Info aus dem Landratsamt. Räumliche Schwerpunkte befinden sich im Naturschutzgebiet Schwarze Berge sowie auf umliegenden Flächen bei Riedenberg, Gefäll oder Stangenroth sowie im Schmalwasser- und Premichtal. Auch im Schondratal wurden entsprechende Verträge abgeschlossen.
Ein weiterer Schwerpunkt im Landkreis Bad Kissingen ist die Beweidung, vor allem Hüteschäferei auf Mager- und Trockenstandorten. Ohne diese Beweidung würden sich viele Magerrasen mit ihrer charakteristischen Artenvielfalt zu Gebüschen und schlussendlich zu Wald (zum Beispiel Kiefernwald) entwickeln. In der Folge würden viele seltene Tier- und Pflanzenarten wie wärmeliebende Heuschrecken und Tagfalter sowie seltene Vögel aus dem Landkreis verschwinden.
Auch im nächsten Jahr können wieder entsprechende Verträge im Bereich Offenland abgeschlossen werden. Wenn neue Flächen ins Programm mit aufgenommen werden sollen, empfiehlt es sich, bereits im Sommer die Untere Naturschutzbehörde zu kontaktieren, so die Pressemitteilung. Ansprechpartner ist Matthias Franz, erreichbar per E-Mail an matthias.franz@kg.de und unter Telefon 0971/801-4085. red