Es gibt zu wenige Gewerbeflächen
Autor: Saale-Zeitung
LKR Bad Kissingen, Sonntag, 18. Januar 2026
Analyse Die Industrie- und Handelskammer Mainfranken hat 2025 festgestellt: Fehlende Gewerbeflächen bremsen die Expansionsbestrebungen vieler Unternehmen. Der Landkreis Bad Kissingen ist besonders betroffen.
Wie die aktuelle Gewerbeflächenanalyse der Industrie- und Handelskammer ( IHK ) Würzburg-Schweinfurt zeigt, ist das Gewerbeflächenangebot in Mainfranken unzureichend und von zunehmenden Flächenengpässen betroffen. „Dies könnte sich mittel- und langfristig zu einem Problem für den gesamten Wirtschaftsstandort entwickeln“, erklärt IHK-Referent Benedikt Pfeuffer in einer Pressemitteilung.
Kernergebnis der Analyse: In mehr als der Hälfte der mainfränkischen Kommunen gibt es keine ausgewiesenen Flächen für ansiedlungs- und expansionswillige Unternehmen. Zudem liegt in rund 72 Prozent der Gemeinden die Nachfrage nach freien Gewerbeflächen über dem Angebot.
Deutliche Verschlechterung zu 2017
Letzteres stelle eine deutliche Verschlechterung im Vergleich zur letzten Erhebung aus dem Jahr 2017 dar, so Pfeuffer. Außerdem würden laut Plan fast zwei Drittel der mainfränkischen Kommunen in absehbarer Zeit keine neuen Gewerbeflächen ausweisen.
Auch die freien Gewerbeflächenpotenziale der Kommunen stehen Unternehmen nicht ohne Weiteres zur Verfügung. Rund 42 Prozent der freien Flächen befinden sich in Privatbesitz. Besonders betroffen sind der Landkreis Bad Kissingen und die kreisfreie Stadt Würzburg . „Der Druck auf den hiesigen Gewerbeflächenmarkt ist groß. Erschwerend kommt für Unternehmen hinzu, dass viele Eigentümer nicht verkaufsbereit sind“, so Pfeuffer.
Im Vergleich zur letzten IHK-Gewerbeflächenanalyse aus dem Jahr 2017 ist ein deutlicher Zuwachs an Betriebsflächenerweiterungen zu verzeichnen: 21 Prozent der teilnehmenden Unternehmen berichten von einer durchschnittlichen Erweiterung.
Hürden für Expansion sind groß
Gleichzeitig ist die Betroffenheit von Expansionshürden in der Gesamtbetrachtung signifikant angestiegen. Fast jedes dritte Unternehmen gibt an, dass es gerne expandieren würde, dies aufgrund verschiedener Hürden aktuell jedoch nicht umsetzen kann. Dies entspricht einem Anstieg von 19,6 Prozent im Vergleich zu 2017. Parallel dazu berichten rund 63 Prozent der Gemeinden, dass sich Unternehmen in den letzten zehn Jahren aufgrund des Mangels an geeigneten Flächen nicht ansiedeln konnten.
Dialog und Transparenz helfen oft
„Für die Kommunen empfiehlt es sich, proaktiv auf Unternehmen zuzugehen, um mögliche Expansionsabsichten frühzeitig zu erkennen und diese stärker in die Planung miteinzubeziehen beziehungsweise zu unterstützen“, rät Pfeuffer. Zudem empfiehlt er, das Thema Vermarktung der freien Gewerbeflächen stärker zu forcieren, denn mehr als die Hälfte der mainfränkischen Kommunen gibt an, dies nicht gezielt durchzuführen. Auch sei es ratsam, die Potenziale von interkommunalen Gewerbegebieten zu prüfen, um der höheren Nachfrage nach Gewerbeflächen gerecht zu werden. Dies könne vor allem für Kommunen mit geringen Flächenpotenzialen eine gute Alternative sein.