Ein Schwimmbad im Garten der Mutter
Autor: Saale-Zeitung
, Dienstag, 21. Juli 2026
Beim Werberger Treffen kamen auch kuriose Umstände von früher zur Sprache
Wenn die Schilder nicht da aufgestellt worden wären, wo einst das abgebildete Haus tatsächlich stand, würde man vorbeigehen und von Werberg kaum noch etwas erleben. Mehr als 70 Schilder standen an den Wegesrändern und ließen erahnen, wie das Dorf bis 1973 ausgesehen hatte. In jenem Jahr wurden die Kirche und alle Häuser von der Bundeswehr und der US Army gesprengt, einzig die Antoniuskapelle und das Schwimmbad wurden verschont.
Beim Werberger Treffen war das Interesse am Schwimmbad sehr groß. Auch hier: stünden die „Häuserschilder“ nicht, würden Auswärtige das ehemalige Übungsbecken der Wehrmacht nicht erkennen.
Roselinde Laufer kennt das Schwimmbad nur zu gut, denn es wurde quasi im Garten ihrer Mutter, damals wohnhaft in der Nummer 11, gebaut. Eigentlich war es das Sportbecken für die Soldaten, doch nach deren Dienstschluss erfreuten sich natürlich die Werberger an dem kühlen Nass. Das Werberger Schwimmbad übte auch auf die Menschen der benachbarten Gemeinden eine hohe Anziehungskraft aus.
Von Unkraut überwuchert
Pauline Möller, die Mutter von Roselinde Laufer, hatte gegen das Schwimmbad in ihrem Garten eigentlich gar nichts einzuwenden, „doch als die erste fremde Frau aus dem Wasser stieg, war ihr das zu viel“, erzählt Laufer.
Wer sich heute ein paar Meter durch das Dickicht kämpft, ist von dem Schwimmbecken beeindruckt, obwohl der Zahn der Zeit deutlich an ihm genagt hat und der Beckenboden von Unkraut überwuchert ist.