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Ein Dorf hält Wort


Autor: Redaktion

Pfaffenhausen, Montag, 08. Juni 2026

Gelübde  Als die Existenz des Ortes bedroht war, setzten die Bewohner auf ein ungewöhnliches Versprechen. Bis heute erinnern Prozession und Gebet an den gelungenen Protest gegen die geplante Umsiedlung.
Diakon Manfred Müller erteilt den Schluss-Segen.


Der Truppenübungsplatz musste vergrößert werden, lautete nach dem Krieg in den Jahren 1950 und 1951 die gefürchtete Ankündigung der US-Streitkräfte. Es war geplant, die Grenze bis an das Saale-Ufer zu verlegen und dafür Pfaffenhausen abzusiedeln.

Die Bevölkerung wehrte sich vehement gegen diese geplante Erweiterung und gelobte, wenn sie verschont würde, jedes Jahr am letzten Sonntag im Mai eine Prozession zur Muttergottes im Steinthal zu machen. Und Pfaffenhausen erhielt Hilfe: Die Bundestagsabgeordnete Dr. Maria Probst setzte sich erfolgreich dafür ein, dass die drohende Absiedelung verhindert werden konnte.

Daraus entwickelte sich die „Gelobte Prozession“. So machte sich auch in diesem Jahr wieder eine beachtliche Anzahl Pfaffenhäuser, begleitet von Diakon Manfred Müller, mit den Minis samt Kreuz und Fahnen und unterstützt von einer Abordnung der Musikkapelle auf den Weg, um das Gelübde zu erfüllen. Heiko Schmitt führte mit Gebeten, besinnlichen Texten und Liedern zur „Mutter Gottes im Steinthal“. Er erzählte von den Existenzsorgen der Menschen, die nicht wussten, wie ihr Leben weitergehen solle. Nachdem sich aber alles zum Guten gewendet hatte, begann das dörfliche Leben wieder zu wachsen.

Heiko Schmitt sprach mit den Gläubigen Wechselgebete von Trost und Hoffnung. Dazu wurden Marienlieder gesungen. Vor der Kirche warteten bereits viele Gottesdienstteilnehmer. Das Gotteshaus – drinnen schon im Dämmerlicht – war voller Mitfeiernder.

Diakon Müller ging im Gottesdienst auch auf das Fest der heiligsten Dreifaltigkeit ein. So hatten die Gläubigen doppelten Grund zu Lob und Dank. Nach der Wort-Gottes-Feier wallten sie mit Litanei-Gebeten und Gesang zurück. Nach dem Schlusslied „Segne du Maria“ erbat Diakon Manfred Müller Gottes Segen für alle und entließ sie zum geselligen Teil des Abends.

Rund um die Linde waren alle vorbereiteten Plätze besetzt. Es gab Essen und Getränke. Das Wetter meinte es gut mit den Gläubigen, die noch lange in geselliger Runde Gespräche führten.

Heiko Schmitt zeichnete für die Organisation verantwortlich, Diakon Manfred Müller für die geistliche Begleitung. Die Musikkapelle Pfaffenhausen, die Minis und weitere Helferinnen und Helfer unterstützten tatkräftig.