Eichhörnchen gesehen?
Autor: Saale-Zeitung
LKR Bad Kissingen, Freitag, 16. Januar 2026
Natur Insgesamt 422 Eichhörnchen wurden im Landkreis Bad Kissingen erfasst. Das ergab eine Zählung, zu der der Bund Naturschutz aufgerufen hatte. Die meisten wurden in Gärten und Parks gesehen.
Seit fast sechs Jahren sammelt der Bund Naturschutz Daten zu Eichhörnchen. Ziel des Citizen-Science-Projekts ist es, mehr über das Vorkommen der Tiere, ihre Lebensräume, Fellfarben und Gefährdungen zu erfahren und sie dadurch besser zu schützen. Auch im Landkreis Bad Kissingen beteiligen sich die Bürger und Bürgerinnen fleißig an der Datenerhebung, wie es in einer Pressemitteilung heißt.
Eichhörnchen gehören zu den beliebtesten Wildtieren in Bayern – und doch wissen wir erstaunlich wenig über ihre tatsächliche Situation. Seit April 2020 sammelt der Bund Naturschutz im Citizen-Science-Projekt „Eichhörnchen in Bayern“ mit der entsprechenden App Beobachtungen aus der Bevölkerung. Jetzt liegt die jährliche Auswertung vor.
Große Beteiligung
Bis Ende November 2025 wurden über 74.000 verwertbare Meldungen mit rund 90.800 Eichhörnchen aus ganz Bayern erfasst. „Diese große Beteiligung zeigt, wie sehr die Menschen ihre Eichhörnchen vor der Haustür wahrnehmen“, erklärt Elisabeth Assmann von der BN-Kreisgruppe Bad Kissingen laut Mitteilung. Auch regional ist das Engagement hoch: Im Landkreis Bad Kissingen wurden bislang 355 Sichtungen mit insgesamt 422 Eichhörnchen gemeldet.
Die Auswertung zeigt eine wichtige Besonderheit: Rund 60 Prozent aller Meldungen stammen aus Siedlungsräumen, also aus Gärten, Parks und Wohngebieten. In Wäldern und offenen Landschaften wurden deutlich weniger Eichhörnchen entdeckt.
Hochgerechnet sind bislang nur etwa zwei Prozent der potenziellen Eichhörnchenreviere in Bayern durch Meldungen belegt. „Das bedeutet nicht, dass es dort keine Eichhörnchen gibt, sondern dass wir sie außerhalb unseres Alltagsraums seltener wahrnehmen“, so Assmann.
Besonders aufmerksam macht ein weiterer Trend: Seit 2022 sinkt die durchschnittliche Zahl der gemeldeten Eichhörnchen pro Beobachtung, auch 2025 setzte sich dieser Trend fort. Ob sich hier bereits eine Bestandsabnahme andeutet oder sich das Meldeverhalten verändert hat, ist derzeit noch offen – und eine zentrale Frage für die kommenden Jahre.
Ein klares Muster zeigt sich bei den Fellfarben: In Nordwestbayern dominieren rote Eichhörnchen, während in Ost- und Südbayern überwiegend dunkle bis schwarze Tiere vorkommen. Diese Unterschiede spiegeln Landschaft, Höhenlage und Waldtypen wider und bestätigen frühere Annahmen.