Digitale Barrieren, fehlende Toiletten und der Wunsch nach mehr Freizeitmöglichkeiten
Autor: Saale-Zeitung
Bad Kissingen, Freitag, 27. Februar 2026
Seit Dezember 2024 steht Martina Greubel, Beauftragte des Stadtrates für die Seniorinnen und Senioren der Großen Kreisstadt Bad Kissingen, im Rahmen einer monatlichen Sprechstunde als Ansprechpartnerin zur Verfügung. Diese regelmäßigen Gespräche haben ihr nicht nur wertvolle Einblicke in die Lebenswirklichkeit älterer Menschen unserer Stadt gegeben, sondern auch gezeigt, wie vielfältig ihre Anliegen, Sorgen und Wünsche sind. Viele Themen wiederholten sich von Monat zu Monat – ein Zeichen dafür, wie sehr sie bewegen, heißt es in einer Pressemitteilung.
Besonders häufig meldeten sich Bürgerinnen und Bürger aufgrund der veränderten Tarifstruktur seit dem 1. Januar 2025. Die Abschaffung günstigerer Fahrscheine für Stadtbusse sowie die Tatsache, dass Vergünstigungen des NVM nur noch online beantragt werden können, stellen für viele ältere Menschen große Hürden dar. Nicht alle verfügen über digitale Geräte, und viele fühlen sich mit den Onlineformularen überfordert.
Auch fehlende Sitzmöglichkeiten – sowohl auf dem Parkfriedhof als auch an bestimmten Bushaltestellen – wurden immer wieder angesprochen. Diese scheinbar kleinen Dinge haben eine große Wirkung auf die Mobilität und Lebensqualität älterer Menschen.
Wohnen, Einsamkeit und Pflege
Ebenfalls ein wiederkehrendes Thema war die schwierige Wohnungssituation. Seniorinnen und Senioren mit geringer Rente, die auf eine Aufstockung angewiesen sind, finden zunehmend kaum bezahlbaren Wohnraum. Darüber hinaus beschäftigen viele die Fragen: Was geschieht, wenn ich schwer erkranke? Wohin kann ich mich wenden, wenn keine Angehörigen oder Freunde da sind?
Hier konnte Martina Greubel an den Pflegestützpunkt verweisen, dessen Kontaktdaten oft erbeten wurden. Auch der Wunsch nach Orientierung rund um Pflege, Vorsorge und rechtliche Fragen wurde sehr deutlich. Gerade die Angebote der „Guten Pflege“ bieten regelmäßig, wiederkehrende Informationsnachmittage an.
Öffnungszeiten der Toiletten
Viele Beschwerden richteten sich auf fehlende oder zu kurz geöffnete öffentliche Toiletten. Menschen mit Behinderung benötigen längere Öffnungszeiten, besonders im Sommer wurden fehlende WC-Angebote – etwa am Tattersallparkplatz – deutlich kritisiert. Auch die fehlende Toilette am Bahnhof sowie der weite Weg zur nächsten Möglichkeit am Tenniscafé sorgten für Unmut. Letzteres gehört der Vergangenheit an.
Im Bereich Verkehr wurden wiederholt die zu kurzen Grünphasen an Fußgängerampeln erwähnt, etwa beim Burkardus Wohnpark oder an der Faberkreuzung.