Die Balance von Wild, Wald und Landwirtschaft bleibt ein Drahtseilakt
Autor: Saale-Zeitung
Bad Brückenau, Dienstag, 12. Mai 2026
Am 28. März versammelten sich die Mitglieder der Rotwildhegegemeinschaft Bayerische Rhön in Thulba zur Jahreshauptversammlung. Ein zentrales Element der Präsentation war laut Pressemitteilung die Darstellung der langfristigen Entwicklung der Abschusszahlen seit den frühen 1990er Jahren. Dabei wurde deutlich, dass sich die Rotwildstrecken über die Jahrzehnte hinweg erheblich verändert haben. Auch die folgenden Infos sind der Pressemitteilung entnommen:
Steigende Abschlusszahlen
Während in den 1990er Jahren noch deutlich niedrigere Abschusszahlen zu verzeichnen waren, stiegen diese insbesondere ab den 2000er Jahren kontinuierlich an. In den vergangenen Jahren wurde schließlich ein sehr hohes Niveau erreicht, mit Spitzenwerten von über 900 Stück Rotwild pro Jagdjahr.
Im aktuellen Jagdjahr 2025/2026 ist jedoch ein Rückgang zu beobachten. Dies zeigt, wie sensibel die Entwicklung der Bestände auf äußere Einflüsse und jagdliche Maßnahmen reagiert und wie wichtig eine kontinuierliche Anpassung der Strategien ist.
Für das Jagdjahr 2025/2026 wurde ein Abschuss-Soll von 724 Stück Rotwild festgelegt. Tatsächlich erreicht wurden 605 Stück, was einer Zielerfüllung von rund 83,5 Prozent entspricht.
Diese Abweichung verdeutlicht die Herausforderungen in der praktischen Umsetzung der Abschussplanung. Die Gründe können vielfältig sein: Dazu gehören unter anderem witterungsbedingte Einflüsse, verändertes Wildverhalten, unterschiedliche Revierbedingungen sowie organisatorische und personelle Faktoren.
74 Prozent Kahlwild
Die Auswertung zeigt eine klare Verteilung der Strecke: Rund 74 Prozent entfallen auf Kahlwild (Alttiere, Schmaltiere und Kälber) und etwa 26 Prozent auf Hirsche. Diese Gewichtung entspricht grundsätzlich den Anforderungen eines nachhaltigen Wildmanagements, bei dem insbesondere das Kahlwild eine zentrale Rolle in der Bestandsregulierung spielt.
Ein Blick auf die einzelnen Reviergruppen zeigt teils deutliche Unterschiede in der Zielerreichung: Bad Brückenau und Hammelburg bewegen sich insgesamt im soliden Bereich, mit teilweise guter Annäherung an die Vorgaben.