Dokumentation Paul Ziegler hat in einem Vortrag detailgetreu über die Sanierung der Stadtpfarrkirche Münnerstadt berichtet, über die historischen Schätze und auch die Pannen.
Auf großes Interesse stieß der Vortrag von Paul Ziegler zur Renovierung der Stadtpfarrkirche. Die Pfarrgemeinde hat nach dem erfolgreichen Abschluss der Kirchenrenovierung die Reihe „Schatzkästlein St. Maria Magdalena“ ins Leben gerufen, um die Besonderheiten der Kirche hervorzuheben. Paul Ziegler machte mit seiner Dokumentation über den Ablauf der Bauarbeiten den Anfang.
Akribisch genau hat Paul Ziegler über sechs Jahre die Bauarbeiten begleitet. Er hatte nicht nur fotografiert, sondern die Zeit auch für Gespräche mit Handwerkern genutzt. Außerdem weckten manche Kunstwerke sein tieferes Interesse und er nahm sich Zeit, in Archiven nach mehr Informationen zu suchen, erfuhr das Publikum.
Als Beispiel dafür stellte Ziegler das historische und großformatige Noli-me-tangere-Bild vor, das im Chor der Stadtpfarrkirche hängt. Als Künstler ist hier Caspar Haas aus Bad Neustadt genannt, der das Bild 1650 gemalt hat. Tatsächlich hatte der Referent mit Unterstützung des Münnerstädter Pfarrarchivars Bernd Eckert in alten Dokumenten die Rechnung für das Kunstwerk samt Haas’ Namen gefunden. Beeindruckend war auch der Fotovergleich zwischen den Aufnahmen vor und nach der Bildrestaurierung. Die Patina vergangener Zeiten ist entfernt, das Kunstwerk ist dadurch viel detailreicher und heller geworden.
Zwei Dachstühle
Paul Ziegler stellte in seinem Vortrag die Abläufe der Sanierung vor, angefangen von der statischen Sicherung des nördlichen Seitenschiffes, wo ein neuer Dachstuhl der Kirchenmauer wieder mehr Stabilität gegeben hat. Diese Arbeit bildete 2019 den Auftakt der Maßnahme. Für die Zuhörer hatte Ziegler die komplizierten Sicherungsarbeiten verständlich und mit Bildern dargestellt. Anhand von Fotografien des alten Dachgebälks wurde deutlich, weshalb hier ein neuer Dachstuhl notwendig geworden war. Aus Denkmalschutzgründen gibt es nun zwei Dachstühle im Gebälk, denn der jahrhundertealte und jetzt nutzlos gewordene wurde nicht entfernt.
Ausführlich berichtete Ziegler über die Reinigung der historischen Glasfenster, die um 1420 entstanden sind und bis heute ihre Strahlkraft erhalten haben. Verschmutzungen hatten den Fenstern zugesetzt. Sie mussten deshalb in aufwendiger Feinarbeit konserviert werden.
Etappe für Etappe präsentierte Ziegler den Ablauf der Baumaßnahme. Besonders emotional erlebte er das Abnehmen und Wiederanbringen der Riemenschneiderfiguren am Altar. Das Gesprenge selbst war über die Jahre eingepackt worden – zum Schutz vor Staub und Baustellenschmutz.
Dass die Dokumentation so zeitaufwendig werden würde, hätte er anfangs nicht gedacht, erklärte er dem Publikum. Er berichtete über den Ausbau der Kirchenbänke und den Wiedereinbau. Jetzt gibt es wieder einen Mittelgang. Auf Bankreihen im südlichen und nördlichen Seitenschiff wurde verzichtet. Immer wieder belegte er anhand von Vorher- und Nachherbildern die Veränderungen.