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Blick in den Geldbeutel der Stadt


Autor: Saale-Zeitung

Bad Kissingen, Freitag, 03. April 2026

Daniel Bahn zeigte, dass kommunale Finanzen nicht langweilig sein müssen.


Mehr als 50 Neubürgerinnen und Neubürger haben sich im März zum monatlichen Neubürgerstammtisch im KissVino am Marktplatz in Bad Kissingen getroffen. Im Mittelpunkt stand diesmal ein Thema, das auf den ersten Blick trocken wirken mag, sich an diesem Abend jedoch als überraschend lebendig erwies – der Vortrag „So tickt Ihre neue Heimat: Ein Blick in den Geldbeutel der Stadt“ von Daniel Bahn, Leiter der Finanzverwaltung der Stadt Bad Kissingen, heißt es in einer Pressemitteilung der Veranstalter.

Initiiert wird der Neubürgerstammtisch von Elisabeth Müller und Anita Schmitt. Mit dem Treffen möchten sie den Austausch zwischen alten und neuen Bad Kissingerinnen und Bad Kissingern fördern. Gleichzeitig soll ein Einblick in das gesellschaftliche Leben der Stadt gegeben werden.

Dass kommunale Finanzen alles andere als langweilig sein müssen, zeigte Daniel Bahn mit einem unterhaltsamen und anschaulichen Vortrag. Immer wieder band er das Publikum ein und ließ die Gäste etwa Einwohnerzahlen oder finanzielle Größenordnungen schätzen. So erfuhren die Anwesenden, dass Bad Kissingen jährlich rund 1,5 Millionen Gastübernachtungen aufweist. Als kleine Mittelstadt müsse Bad Kissingen erhebliche Mittel für die bestehende Infrastruktur aufbringen. Das Haushaltsvolumen liege bei rund 150 Millionen Euro, etwa 80 Millionen entfielen auf den laufenden Haushalt mit der bestehenden Infrastruktur. Rund 300 Menschen seien in der Stadtverwaltung beschäftigt.

Woher kommen Einnahmen?

Bahn erläuterte, aus welchen Quellen sich die städtischen Einnahmen speisen. Dazu gehörten unter anderem Gewerbesteuer, Anteile an Gemeinschaftssteuern, Grundsteuer, Benutzungsgebühren, Mieten, Pachten, Eintrittsgelder, Schlüsselzuweisungen, Investitionszuschüsse, Konzessionsabgaben und Erstattungen. Ebenso nachvollziehbar schilderte er, wofür diese Mittel verwendet werden. Das Geld fließe in Personal, Kreisumlage und Gewerbesteuerumlage, in den Unterhalt von Gebäuden und Straßen, in Bewirtschaftung und Betriebskosten, aber auch in Abschreibungen und Schuldzinsen.

Aufschlussreich war für viele Zuhörerinnen und Zuhörer die verständliche Unterscheidung zwischen Steuern, Gebühren, Beiträgen und Entgelten. An konkreten Beispielen aus Bad Kissingen machte Bahn deutlich, wo diese Begriffe im Alltag der Bürgerinnen und Bürger auftauchen – etwa bei Grundsteuer, Ticket- und Eintrittsentgelten, Abwassergebühren, Hundesteuer, Verwarnungsgeldern, Brennholzentgelten oder Erschließungsbeiträgen.

Wie Daniel Bahn erklärte, bildet die Stadt in ihrer Rechnungslegung nicht nur Zahlungsströme ab, sondern das gesamte Vermögen. Auch der Weg zu einem städtischen Haushalt wurde Schritt für Schritt nachvollziehbar: von den Mittelanmeldungen der Referate und den Wünschen aus den Fraktionen über den ersten Entwurf und die interne Überarbeitung mit der Kämmerei bis hin zur Beratung im Finanzausschuss, dem Beschluss im Stadtrat, der Genehmigung durch die Rechtsaufsicht und schließlich der Bekanntmachung.

Aktuelle Investitionen

Ein Blick auf aktuelle Investitionen zeigte, wo die Stadtpolitik in Bad Kissingen 2026 Schwerpunkte setzt: 18,1 Millionen Euro fließen in Schulen, 4,1 Millionen Euro in Grünmaßnahmen, 6,0 Millionen Euro in den Bereich Abwasser und 1,9 Millionen Euro in Kindergärten. Darüber hinaus verwies Bahn auf sechs wesentliche Beteiligungen der Stadt. Zu 100 Prozent ist Bad Kissingen an der Bayerischen Staatsbad Bad Kissingen GmbH und an den Stadtwerken Bad Kissingen GmbH beteiligt, zu 75 Prozent an der GEWO und zu 60 Prozent an der GEG. Hinzu kommen Beteiligungen am Rhön-Saale-Gründerzentrum sowie am Bäderland Bayerische Rhön.

Auch seine eigene Finanzverwaltung stellte Bahn kurz vor. Insgesamt 15 Beschäftigte arbeiten in den Bereichen Kämmerei und Finanzmanagement, Finanzbuchhaltung und Kassenwesen, Steueramt sowie in Angelegenheiten der Stadt als Steuerschuldnerin.

Die Resonanz auf den Abend fiel durchweg positiv aus. Der Vortrag sei „sehr interessant und sehr anschaulich präsentiert“, „sehr sympathisch und verständlich“ gewesen, lauteten einige Rückmeldungen. Ein Fazit blieb besonders hängen: Bad Kissingen sei vielleicht nicht reich an Geld, aber reich an Kultur. „Wir fühlen uns wohl hier in Bad Kissingen“, waren sich die Neubürgerinnen und Neubürger einig.

Nächster Stammtisch

Der nächste Neubürgerstammtisch findet am Donnerstag, 16. April 2026, um 19 Uhr im Großen Sitzungssaal des Landratsamts Bad Kissingen statt.

Dann wird Johanna Waibl, Geschäftsstellenleiterin der GesundheitsregionPlus Landkreis Bad Kissingen, ihre Tätigkeiten und Projekte vorstellen.

Anmeldungen sind per E-Mail an Anita.Schmitt@ascordis.de möglich. red