Blackout-Übung in Sandberg: Was passiert, wenn der Strom weg ist
Autor: Saale-Zeitung
, Dienstag, 13. Oktober 2026
Feuerwehren der Gemeinde Sandberg testen ihre Einsatzbereitschaft für einen länger andauernden Stromausfall, so eine Pressemitteilung aus der Gemeinde. Angenommen wurde sogar ein flächendeckender Stromausfall, dessen Ende zunächst nicht absehbar ist und der länger als 48 Stunden andauert. Die Feuerwehren der Gemeinde Sandberg überprüften dabei gemeinsam mit der Gemeindeverwaltung, wie gut die vorhandenen Strukturen für einen solchen Katastrophenfall funktionieren.
Die Übung sollte zeigen, ob die vorgesehenen Abläufe auch unter realitätsnahen Bedingungen funktionieren. Mehr als 50 Feuerwehrleute waren dafür im Einsatz. Die Übung wurde von Guido Gesierich als Koordinator auf Seiten der Gemeindeverwaltung zusammen mit den Kommandanten der Feuerwehren geplant. Ein wesentlicher Bestandteil der Übung war die sogenannte Leuchtturmfunktion der Gemeindehäuser in den einzelnen Ortsteilen. Diese sollen im Falle eines länger andauernden Stromausfalls als zentrale Anlaufstellen für die Bevölkerung dienen. Die Gebäude wurden deshalb bereits entsprechend für eine Notstromeinspeisung vorbereitet.
Strom abgeschaltet
Im Rahmen der Übung wurde die reguläre Stromversorgung abgeschaltet und anschließend die Notstromversorgung getestet. Das Ergebnis war überwiegend positiv. Das Übungsszenario ging bewusst über einen gewöhnlichen Stromausfall hinaus. Angenommen wurde, dass auch Handynetz und Digitalfunk nicht verfügbar sind. Damit wurde insbesondere die Kommunikation innerhalb der Einsatzorganisation auf die Probe gestellt.
Auf dem Übungsplan standen unter anderem die Besetzung der Leuchttürme, die Erstellung eines Dienstplans, die Sicherstellung der Stromversorgung und die Durchführung von Lagebesprechungen. Auch die Organisation von Essen und Getränken, die Beschaffung von Diesel sowie die Abfrage vorhandener Feldbetten und Liegen wurden berücksichtigt. Selbst scheinbar alltägliche Dinge bekommen bei einem länger andauernden Stromausfall eine besondere Bedeutung. So gehörte beispielsweise auch das Erhitzen von fünf Litern Wasser zum Übungsszenario. Die einzelnen Einheiten mussten ihre Verpflegung selbst organisieren. Sirenen und Lautsprecherdurchsagen waren ausdrücklich nicht Bestandteil dieser Übung. Für den Ernstfall verfügt die Gemeinde Sandberg bereits über eine „Mobela“, mit der die Bevölkerung informiert werden kann. Die Übung konzentrierte sich damit insbesondere auf die internen Abläufe und die Frage: Was muss funktionieren, wenn der Strom über viele Stunden oder sogar Tage ausfällt?
Die angenommene Lage sah einen bereits seit 6 Uhr bestehenden Stromausfall vor. Als Ursache wurde ein Ausfall des Umspannwerks Brendlorenzen angenommen. Das Ende des Stromausfalls war nicht absehbar. Wetter und Tageszeit entsprachen dabei den tatsächlichen Bedingungen am Übungstag. Mit dem Ende der Übung ist die Arbeit daher nicht abgeschlossen. Die gewonnenen Erfahrungen werden nun ausgewertet. Besonders die funktionierende Notstromversorgung der Gemeindehäuser, aber auch die festgestellte Abweichung in Kilianshof liefern wichtige Erkenntnisse für die weitere Vorbereitung.