Bestsellerautorin Katja Diehl: Gerechte Mobilität sollte für alle da sein
Autor: Victoria May
Hammelburg, Donnerstag, 29. Juni 2023
In der Stadtbibliothek Hammelburg las Bestsellerautorin und Mobilitäts-Podcasterin Katja Diehl aus ihrem Buch „Autokorrektur“ vor. Für Diskussionen...
In der Stadtbibliothek Hammelburg las Bestsellerautorin und Mobilitäts-Podcasterin Katja Diehl aus ihrem Buch „Autokorrektur“ vor. Für Diskussionen sorgte auch im Publikum die Frage nach der Mobilität im ländlichen Raum.
„Jeder sollte das Recht haben, ein Leben ohne Auto zu führen“ – unter diesem Leitspruch schrieb Katja Diehl das Buch „Autokorrektur“, das vor gut einem Jahr erschien und prompt auf der Bestsellerliste landete. Mit ihrem Buch, in dem sie unter anderem fordert, häufiger auf Autos zu verzichten, löste sie Kontroversen aus. Sogar von Morddrohungen und Social-Media-Kampagnen gegen ihre Person berichtete die Autorin.
In der Lesung in der Stadtbibliothek , die von der Stadtbibliothek , der Volkshochschule und dem Verkehrsclub Deutschland unterstützt wurde, stellte Diehl ihr Werk vor. Im vollen Saal wies Philipp Spitzner, Klimaschutzmanager der Stadt Hammelburg , zu Beginn auf das geplante Klimaschutzkonzept hin. Ideen zur Verbesserung der Hammelburger Umwelt und Mobilität seien bereits vorhanden: Neben Carsharing der kommunalen Automobile nach Dienstschluss sollen auch höhere ÖPNV-Frequenzen zu einer besseren Energiebilanz beitragen. Das Konzept werde etwa im Oktober 2023 fertig sein, so Spitzner.
Gute Mobilität beginnt mit einer guten Nahversorgung – Katja Diehl schilderte zunächst ihre Beobachtungen vor Ort. Neben Autos, die vor jedem guten Fotomotiv stünden, seien auch die Supermärkte am Hammelburger Ortsrand ein typisches Symptom des heutigen automobilgeprägten Stadtbildes. Viele Leute würden nicht Auto fahren, weil sie es unbedingt wollten, sondern weil sie es der Infrastruktur wegen müssten, so Diehl . Dabei werden häufig – gerade auch von Politik und Unternehmen – jene vergessen, die gar nicht in der Lage sind, Auto zu fahren, wie Kinder, Senioren und finanzschwache Personen. Defizite im öffentlichen Nahverkehr und im Ausbau von Fahrradwegen führen hier zu vielerlei Problemen.
Amüsante Anekdoten
Mit einer Vielzahl an Beispielen und amüsanten Anekdoten aus dem eigenen Umfeld verdeutlichte Diehl die verbesserungswürdigen Umstände der Mobilität in Deutschland. Besonders der Bereich Barrierefreiheit liegt der Autorin am Herzen. Für Rollstuhlfahrer werde nur selten mitgedacht, egal, ob bei der Bahn oder im ÖPNV.