Auf der Suche nach dem Kuckuck unter den Schmetterlingen
Autor: Saale-Zeitung
, Freitag, 11. Sept. 2026
Der Dunkle Wiesenknopf-Ameisenbläuling (Phengaris nausithous) wurde zum Schmetterling des Jahres 2026 gewählt. Mit seiner außergewöhnlichen Lebensweise zählt er zu den faszinierendsten heimischen Tagfaltern. Gleichzeitig gilt die Art in Deutschland als gefährdet.
Vor wenigen Wochen waren deshalb Ehrenamtliche der „Rhöner Insekten-AG“ unterwegs, um Vorkommen des seltenen Falters in der Rhön zu erfassen und so wichtige Daten für seinen Schutz zu sammeln, wie es in einer Pressemitteilung des Unesco-Biosphärenreservats Rhön heißt.
Zwei Partner nötig
Der Dunkle Wiesenknopf-Ameisenbläuling ist auf das Zusammenspiel von zwei Partnern angewiesen: den Großen Wiesenknopf und die Rote Knotenameise. Seine Eier legt das Weibchen an den Blüten des Großen Wiesenknopfs ab, einer Pflanze feuchter Wiesen. Nach dem Schlüpfen fressen die Raupen zunächst an den Blüten, bevor sie eine bemerkenswerte Strategie nutzen: Sie imitieren den Geruch von Ameisenlarven und werden von Roten Knotenameisen in deren Bau getragen. Dort verbringen sie den Winter und entwickeln sich geschützt weiter, bis sie im folgenden Jahr als Falter schlüpfen, heißt es weiter.
Diese hoch spezialisierte Lebensweise macht die Art jedoch äußerst anfällig. Nur wenn Wiesenknopf, Wirtsameisen und die passenden Lebensraumbedingungen zusammenkommen, kann sich der Falter erfolgreich entwickeln.
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