Anni Wilm bekam als erste Frau in Ramsthal die Bürgermedaille verliehen

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Ramsthals Bürgermeister Rainer Morper(rechts) und sein Stellvertreter Andreas Neder überreichten Anni Wilm als erster Frau in der Gemeinde die Bürgermedaille.
Ramsthals Bürgermeister Rainer Morper(rechts) und sein Stellvertreter Andreas Neder überreichten Anni Wilm als erster Frau in der Gemeinde die Bürgermedaille.
Mit einem Präsent dankte der Bürgermeister Marlene Späth für ihren Einsatz beim Sportverein.
Mit einem Präsent dankte der Bürgermeister Marlene Späth für ihren Einsatz beim Sportverein.
Andreas Lomb

Der Neujahrsempfang in Ramsthal ist inzwischen eine feste Tradition, zu der die Einladung des Bürgermeisters stets gerne angenommen wird. Rund 60 Personen waren ins Haus erLebenskunst gekommen. Neben Neubürgern, Ehrenbürgern, dem Ehrenbürgermeister, der Weinprinzessin, Beschäftigten der Gemeinde, Gemeinderäten und Vertretern der Kirche folgten vor allem zahlreiche Bürgerinnen und Bürger der Einladung, die sich in Ramsthal ehrenamtlich engagieren.

Bürgermeister Rainer Morper gab zunächst einen Überblick über aktuelle weltpolitische Entwicklungen. Die Menschen seien verunsichert und besorgt. Er ging auf die Herausforderungen ein, die auf uns alle zukommen und vor denen auch die Regierenden stehen, die derzeit nach gemeinsamen Lösungen suchen. Dabei gehe es nicht zuletzt um den Erhalt von Wohlstand, Sicherheit und Lebensqualität – insbesondere im ländlichen Raum.

Die überschaubare Größe Ramsthals mit rund 1100 Einwohnern sehe er als besondere Stärke. Man sehe sich, man kenne sich und man helfe sich gegenseitig. „Zusammenhalt ist kein Schlagwort, sondern gelebter Alltag“, betonte der Bürgermeister. Empathie sei eine der wichtigsten Fähigkeiten unserer Zeit. Sie zeige sich dort, wo Menschen Verantwortung füreinander übernehmen, und bilde die Grundlage des Zusammenlebens. Sein Dank galt allen, die sich ehrenamtlich engagieren. Das Ehrenamt sei das Rückgrat der Gemeinde, denn die Gemeinschaft lebe davon, dass sich Menschen einbringen.

Morper wünschte sich, dass der gute Zusammenhalt in Ramsthal auch künftig gelebt werde und man weiterhin offen, respektvoll und menschlich miteinander umgehe.

Wie in den vergangenen Jahren nutzte der Bürgermeister die Gelegenheit, verdiente Bürgerinnen und Bürger sowie Vereine für ihre Leistungen und ihr Engagement zu ehren. Neben der Ehrenbürgerschaft stellt die Bürgermedaille eine besondere Auszeichnung dar, die die Gemeinde an verdiente Bürgerinnen und Bürger verleihen kann. Bislang wurde diese Ehrung ausschließlich Männern zuteil. Nun beschloss der Gemeinderat, Anni Wilm mit der Bürgermedaille auszuzeichnen.

Ihr Engagement gilt seit 1974 dem Bayerischen Roten Kreuz. Dort war sie zunächst im Sanitätsdienst tätig, gründete 1976 die erste Jugend-Rotkreuz-Gruppe in Ramsthal und engagierte sich bei unzähligen Blutspenden, Behindertentreffen und Haussammlungen. Zahlreiche hohe Ehrungen des BRK dokumentieren ihren herausragenden Einsatz. Bürgermeister Morper überreichte ihr die Bürgermedaille und sprach den Dank der Gemeinde aus.

Auch in diesem Jahr wurde Ewald Brand für seine sportlichen Erfolge bei überregionalen Wettkämpfen ausgezeichnet. Er ist unter anderem Seniorenkreismeister und Kreismeister der Aktiven im Hochsprung und führt in dieser Disziplin die Bestenliste des Bayerischen Leichtathletik-Verbandes an. Auf der Bestenliste des Deutschen Leichtathletik-Verbandes belegt er den dritten Platz. Mit einem Präsent würdigte die Gemeinde diese hervorragenden Leistungen.

Der Backhauspennerclub feiert in diesem Jahr sein 50-jähriges Bestehen. Dem Verein ist es zu verdanken, dass das Backhaus am Dorfplatz erhalten blieb. Ursprünglich hatte die Gemeinde geplant, das Gebäude abzureißen und an seiner Stelle ein Feuerwehrhaus zu errichten. Durch die Gründung des Vereins und dessen Engagement konnte dies verhindert werden. Das jährliche Backhausfest ist inzwischen nicht mehr aus dem Veranstaltungskalender wegzudenken. Unterhalt, Betrieb und Renovierungen des Gebäudes wurden vom Verein übernommen. Die Vereinsvorsitzende Bianca Dees erhielt vom Bürgermeister eine Spende zur Unterstützung der Vereinsarbeit.

Ein seltenes Jubiläum begeht in diesem Jahr die Waldkörperschaft Altenreichthal, die vor 200 Jahren gegründet wurde – in einer Zeit, in der sich in der Region vieles im Umbruch befand. Die damalige Fläche betrug rund 200 Hektar. Nachforschungen ergaben, dass sich früher in diesem Gebiet mehrere Bauernhöfe befanden, die später nach Kützberg und Ramsthal umsiedelten. Heute umfasst die Waldkörperschaft 174 Hektar, was etwa 20 Prozent der Gemeindefläche Ramsthals entspricht. Waldflächen, Ackerland und Wiesen verteilen sich auf 76 Mitglieder mit insgesamt 624 Schuh (altes Flächenmaß). Morper betonte die Bedeutung der Körperschaft für Umweltschutz und nachhaltige Waldbewirtschaftung. Zum Jubiläum stiftet die Gemeinde einen Geldbetrag zur Anschaffung und Pflanzung einer Esskastanie, die bislang in diesem Gebiet nicht vorhanden ist.

Erika Wahler engagierte sich jahrzehntelang ehrenamtlich bei der Dettelbachwallfahrt und kümmerte sich in den vergangenen Jahren um die WC-Anlage am Dorfplatz. Ebenso wie Annemarie Seufert, die sich seit vielen Jahren um die Marienkapelle kümmert und dieses Ramsthaler Wahrzeichen pflegt, erhielt sie ein Präsent der Gemeinde.

200 Blutspenden, Rettungsdienst, Bereitschaftsleiter der BRK-Bereitschaft Ramsthal, Gemeinderat und Bürgermeister – das Engagement von Alfred Gündling ließe sich noch lange fortsetzen. Als Anerkennung seines unermüdlichen Einsatzes im Ehrenamt überreichte Morper seinem Amtsvorgänger einen Präsentkorb.

Ebenso ausdauernd in ihrem Einsatz für die Allgemeinheit ist Marlene Späth. Bereits als Kind trat sie dem Sportverein bei und ist seitdem ein Glücksfall für den Verein. Seit 1971 betreute sie verschiedene Sportgruppen. Neben dem Kinder- und Frauenturnen leitete sie über 30 Jahre erfolgreich die Tanzgarde. Ob beim Sportheimdienst oder beim Weinfest – auf Marlene Späth war stets Verlass. Der Bürgermeister dankte ihr mit einem kleinen Präsent. Im Anschluss an die Ehrungen lud Rainer Morper die Gäste zu angeregten Gesprächen bei Ramsthaler Wein, Gebäck und Wurst ein. Andreas Lomb