Alte Kirchenkunst in neuem Gewand
Autor: Saale-Zeitung
Münnerstadt, Mittwoch, 08. April 2026
Stadtpfarrkirche In der Vortragsreihe „Schatzkästlein St. Maria Magdalena“ hat der Leiter der Kunstabteilung Jürgen Emmert die Bedeutung des Münnerstädter Gotteshauses erläutert. Wie der Glanz in edler Einfachheit sehr gut verwirklicht wurde.
Rund 100 Interessierte hatten sich zum zweiten Vortrag in der Reihe „Schatzkästlein St. Maria Magdalena“ in der Stadtpfarrkirche eingefunden. Jürgen Emmert gab einen Einblick in die neue Kunst, die im Rahmen der Kirchensanierung entstanden ist.
Gleich zu Beginn seines Vortrags unterstrich Jürgen Emmert, Leiter der Kunstabteilung des Bistums Würzburg sowie des Diözesanmuseums, die Bedeutung des Münnerstädter Gotteshauses. Er sprach von einer hervorgehobenen Sehenswürdigkeit und bezeichnete sie als den „Mount Everest in Unterfranken“. Ihren Stellenwert unterstrich er mit der Aussage, dass die Stadtpfarrkirche selbst ohne Riemenschneideraltar und Veit-Stoß-Tafeln eine herausragende Position im Bistum einnehmen würde. Denn auch alle anderen Skulpturen und Gemälde seien von hohem Wert.
Altar und Marienort
Diese Bedeutung sei das Spannungsfeld bei der Neugestaltung des Altars und des Ambo sowie der Entstehung des Marienortes gewesen, erläuterte der Referent dem Publikum. „Die moderne Ausstattung muss sich messen lassen mit der alten Kunst.“
Der Künstlerwerkstatt Lutzenberger und Lutzenberger sei es gelungen, den Kirchenraum fortzuschreiben, befand Jürgen Emmert. Gleichzeitig mussten Vorgaben für die Gestaltung von liturgischen Räumen berücksichtigt sein. Diese finde man in Richtlinien der Deutschen Bischofskonferenz. Das Ziel, „Glanz in edler Einfachheit“ zu verwirklichen, sei sehr gut gelungen, so das Urteil des Fachmanns.
Der Volksaltar wurde in der Größe angepasst und korrespondiere nun besser mit dem bedeutenden Riemenschneideraltar im Hintergrund. Die Ummantelung des Zelebrationsaltars mit einem filigranen Netz aus biblischen Texten spiele mit den unterschiedlichen Lichtsituationen im Gotteshaus. Mit der Verwendung von Schriftstellen finde man hier ein protestantisches Gestaltungsprinzip, das den Worten den Vorzug zu Heiligenfiguren und Bildern gebe.
Die Bibelstellen, die für die Ummantelung verwendet wurden, seien von P. Markus Reis ausgewählt worden. Dieser erläuterte den Gästen, dass die Schriftstellen auf die Bedeutung des Altars in der Liturgie eingehen. Aber auch die Verbindung zum Riemenschneideraltar und der Kirchenpatronin Maria Magdalena wurden dadurch geschaffen, ebenso zum Orden der Augustiner.
Auf Nachfrage aus dem Publikum erklärte P. Markus, dass im Altar Reliquien des hl. Kilian, des hl. Burkard und hl. Prudentius sowie des Liborius Wagner, einem seliggesprochenen Märtyrer aus der Region, befinden.