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Afrika Hilfe auf großer Mission


Autor: Saale-Zeitung

Hammelburg, Sonntag, 08. März 2026

Arbeitseinsatz  Michael Schlereth und Uwe Tobaben sind mit 95 Kilogramm Reisegepäck nach Tansania geflogen. Es gab wieder viel zu tun.
Weil die Grundschule Kiparang’anda aus allen Nähten platzt, wird eine zusätzlich in Finzi gebaut.


Der Verein Afrika Hilfe Franken hatte vom 16. bis 27. Februar ihren ersten Arbeitseinsatz in diesem Jahr in Tansania. Michael Schlereth und Uwe Tobaben machten sich mit rund 95 Kilogramm Reisegepäck auf den Weg. Im Gepäck befanden sich unter anderem Babysachen für das Waisenhaus Chamazi und Verbandsmaterial für das Krankenhaus in Kilimahewa. Der Schwerpunkt lag jedoch auf dem eigenen Kindergarten in Kiparang’anda, für den Kinderschuhe, Kleider, Schulmaterial, Werkzeug und einige Bälle mitgenommen wurden, wie Uwe Tobaben schreibt.

Am Flughafen werden zunächst zehn tausend Euro in bar getauscht. Die 29.500.000 tansanischen Schilling, die es dafür gibt, füllen eine ganze Tasche, denn der größte Schein in Tansania hat einen Wert von nur 10.000.

Bereits am nächsten Morgen findet eine erste Besprechung mit den Kindergärtnerinnen und der Köchin statt. Dabei stellt sich heraus, dass grundsätzlich alles in Ordnung ist, jedoch einige Reparaturen notwendig sind.

So wurde bei der Kindertoilette eine komplette Tür von Termiten zerfressen. Außerdem ist ein Wasserhahn defekt, bei einer Schaukel muss die verschlissene Kette ausgetauscht werden, das Vordach der Terrasse ist stark beschädigt und ein Fliegengitter an der Küche wurde aufgeschnitten – vermutlich bei einem Einbruchsversuch, der jedoch am massiven Eisengitter scheiterte. Bereits beim letzten Aufenthalt wurden „Makuti“ aus Palmwedeln angefertigt. Diese kommen nun für das Vordach zum Einsatz.

Vorräte fast aufgebraucht

Die Vorräte im Kindergarten sind nahezu aufgebraucht und werden mit 50 Kilogramm Zucker, 100 Kilogramm Mehl sowie ausreichenden Reinigungsmitteln aufgestockt.

Die anstehenden Reparaturen sind zügig erledigt. Gerade als das Vordach fertiggestellt ist, entlädt sich ein heftiges Gewitter – das neue Dach besteht seine erste Bewährungsprobe. Angesichts der beginnenden Regenzeit werden zudem die Dachrinnen gereinigt, Wasserablaufgräben gezogen und die Felder für die Aussaat vorbereitet.

Anschließend werden die 48 neu angemeldeten Kinder für ihre Patinnen und Paten fotografiert. Jedes Kind bekommt neue Schuhe oder Kleidung und am Tag vor der Abreise noch ein Stofftier. Die sogenannten „Doli“ sorgen jedes Mal für große Begeisterung, stolz zeigen sich die Kinder gegenseitig ihren Schatz.

Nachdem alle Arbeiten abgeschlossen sind, bleibt noch Zeit, die Blumenbeete zu jäten und Pflanzen zurückzuschneiden. Ein Tagelöhner erntet rund 140 reife Kokosnüsse von den Palmen, die anschließend verkauft werden und so die Haushaltskasse aufbessern. Stammabnehmer sind mittlerweile die Lehrer der Grundschule Kiparang’anda und ein kleiner Laden im Dorf.

Sister Anna aus Kilimahewa wurde abermals versetzt. Ihre Nachfolgerin, Sister Clementine, wurde von ihr gut eingearbeitet und hat bereits Kontakt zu den Kindergärtnerinnen aufgenommen. Sie macht einen sehr vertrauenswürdigen und engagierten Eindruck. Künftig wird sie den Kindergarten zwei- bis dreimal im Monat besuchen und nach dem Rechten sehen. Außerdem ist sie für die Bezahlung der Gehälter für Kindergärtnerin und Köchin in Bigwa zuständig.

An der Grundschule Kibululu war bereits im Januar Geld überwiesen worden, um das Dach zu erneuern. Dieses hatte faustgroßer Löcher, weshalb der Unterricht zeitweise unmöglich war. Bei der Ankunft von Michael Schlereth und Uwe Tobaben ist das Dach fertiggestellt, so dass unmittelbar mit dem Fliesen der beiden Klassenzimmer begonnen werden kann. Bereits nach zwei Tagen ist die Arbeit erledigt.

Danach folgt das Einziehen eines Lattengerüsts und das Verkleiden der Zimmerdecken mit Rigipsplatten. Diese Arbeiten dauern vier Tage, da nur zwei Arbeiter zur Verfügung stehen. Die übrigen Rigipsplatten reichen aus, um auch im kleinen Lehrerzimmer eine Decke einzuziehen. Sofern die finanziellen Mittel am Jahresende ausreichen, sollen auch die beiden anderen Klassenzimmer gefliest und abgehängt werden.

1800 Schüler in zwölf Klassenzimmern

Die Grundschule Kiparang’anda A platzt mit mehr als 1800 Schülerinnen und Schülern bei nur zwölf Klassenzimmern aus allen Nähten. Im Oktober des vergangenen Jahres hat die Schule einen Antrag bei der Afrika Hilfe Franken gestellt, ob der Verein beim Bau einer neuen Schule im sechs Kilometer entfernten Finzi unterstützen könnte. Das würde eine große Entlastung darstellen, denn mehr als 200 Kinder kommen derzeit täglich zu Fuß aus Finzi. Momentan sind teilweise mehr als 100 Kinder in einem Klassenzimmer.

Da die Gemeinde zugesichert hat, das Fundament auszuheben sowie Backsteine, Türen, Fenster und die Einrichtung für die Lehrer zu stellen, hat der Verein zugestimmt, die übrigen Kosten zu übernehmen. Es entstehen drei Klassenzimmer, ein Lehrerzimmer und zwölf Toiletten. Die veranschlagten Kosten liegen bei rund 20.000 Euro. Darin enthalten sind auch 90 Schulbänke.

Bereits Anfang Januar erreichen Tobaben Bilder, die zeigen, dass alle 6500 nötigen Backsteine fertig sind. Unverzüglich wird Geld für Zement und weiteres Baumaterial überwiesen. Die Gemeinde gräbt das Fundament aus und nach nur einer Woche ist es gemauert. Bis zur Ankunft der Helfer ist zudem alles bis zum oberen Betonring fertiggestellt.

Nachtwächter im Einsatz

Als erstes wird das Dach für ein Klassenzimmer fertiggestellt, da die Regenzeit naht. Erste Gewitter führten bereits zu Arbeitsunterbrechungen. Das Schulgelände ist abgelegen und liegt mitten im Busch, daher ist es besonders wichtig, bei einem Klassenzimmer die Tür und Fenster einzubauen, um Material einlagern zu können. Ein Nachtwächter steht von nun an bereit.

Bis zur Abreise werden Hundert Sack Zement, mehrere Hundert Kanthölzer verschiedener Maße, ein Zentner Nägel und das gesamte Wellblech für das verbleibende Dach eingelagert.

Bei der Verabschiedung sind bei den restlichen Zimmern bereits die Giebel fertig gemauert. Bereits zwei Tage später treffen Fotos bei der Afrika Hilfe ein, die zeigen, dass der Dachstuhl fertig ist. Bis auf zehn Vierkanthölzer, die noch für die Toiletten gebraucht werden, ist alles verbaut. red