In ganz Deutschland begann am Montag die "Faire Woche", die in Eltmann in diesem Jahr ganz besonderes Gewicht hat: Am morgigen Donnerstag wird die Stadt nämlich das offizielle Siegel als "Fair Trade-Stadt" erhalten. Passend dazu wurde im Rathaus die Ausstellung "Was hat Hunger mit Soja zu tun?" eröffnet, die bis zum 28. September zu sehen ist.

Fünf Roll-ups sind auf zwei Rathaus-Etagen verteilt und informieren über die Zusammenhänge von Fleischkonsum, Soja-Anbau und der weltweiten Ernährungssituation. Ein Roll-up ist wie ein großes Plakat, nur um einiges stabiler und mehrmals verwendbar. Es wird bedruckt und kann entweder an eine Wand gehängt oder mit einem kleinen Gerüst im Raum aufgestellt werden.

Parallel dazu gibt es sechs Mitmach-Stationen für Gruppen, die sich näher mit dem Thema beschäftigen möchten. Einige Klassen aus Mittel- und Realschule hätten sich bereits angemeldet, berichtete Elisabeth Müller-Förtsch vom Weltladen Eltmann bei der Ausstellungseröffnung, weitere könnten sich gerne an sie wenden. Da gehe es etwa um die Frage, in welchen Produkten Soja enthalten ist, oder wie sich die übermäßige Hühnerproduktion in Europa auf Westafrika auswirkt. Schon die Überschriften wie "Fleisch frisst Felder?" oder "Tierischer Unsinn" sprechen dabei eine klare Sprache.

"Wir wollen ja nicht nur dieses Siegel, sondern wir wollen bei möglichst vielen Menschen einen Denkprozess anstoßen. Fair Trade muss gelebt werden", erklärte Bürgermeister Michael Ziegler. Bei Kaffee und Schokolade aus dem Weltladen dürfe man nicht stehen bleiben, sondern müsse immer wieder das Bewusstsein stärken, dass Entscheidungen, die in Eltmann getroffen werden, auch weltweite Auswirkungen haben können. Da im Rathaus reger Publikumsverkehr herrscht, sei hier auch eine gute Breitenwirkung der Ausstellung zu erwarten. sw