Auf Wallensteins Spuren

1 Min
Beeindruckende Natur bekamen die Herzogenauracher in der "Teufelskirche" zu sehen. Foto: privat
Beeindruckende Natur bekamen die Herzogenauracher in der "Teufelskirche" zu sehen. Foto: privat

Das Männerforum der evangelischen Kirchengemeinde Herzogenaurach unternahm zum Abschluss seines Sommerprogramms einen Ausflug nach Altdorf. An der Stadtmauer am Rent-amtsgarten begann die Stadtführung...

Das Männerforum der evangelischen Kirchengemeinde Herzogenaurach unternahm zum Abschluss seines Sommerprogramms einen Ausflug nach Altdorf.

An der Stadtmauer am Rent-amtsgarten begann die Stadtführung durch Wolfgang Rösch von den Altstadtfreunden Altdorf. Zunächst standen die Besucher vor dem Pflegamtsschloss, das gegenwärtig renoviert wird. Es war seit 1558 Sitz des Nürnbergischen Pflegers. Hier wurden Steuern eingetrieben und Renten bezahlt.

Vor dem Schloss ist der Wallensteinbrunnen aufgestellt. Die moderne Skulptur zeigt Wallenstein als jugendlichen, trinkfreudigen Hallodri. Obwohl er nur sieben Monate 1599/1600 als Student in Altdorf lebte, bevor er von den Universität verwiesen wurde, wird die Erinnerung an Wallenstein in Altdorf wachgehalten. Alle drei Jahre finden die Wallenstein-Festspiele statt mit Theater-Aufführungen und zeitgenössischem Treiben in der Altstadt.

Dann ging es auf den breiten, langgezogenen Marktplatz. Er wird begrenzt von zwei Toren, dem oberen und dem unteren. Dominiert wird der Markt vom Alten Rathaus, das heute kulturellen Zwecken dient, und der evangelischen Laurentius-Kirche. Die Kirche wurde im spätgotischen Stil erbaut und ist dem römischen Märtyrer Laurentius geweiht.

Am Marktplatz sind viele alte Häuser erhalten, teilweise mit sichtbarem, teilweise mit überputztem Fachwerk. Rösch wies auf die Rolle des Denkmalschutzes hin, der darauf achtet, dass die Häuser so renoviert werden, wie sie ursprünglich errichtet wurden. Hinter den Giebeln der alten Häuser dienten die Dachgeschosse als Hopfenspeicher, zu denen mit Flaschenzügen die Ware hochgezogen wurde. In den Seitenstraßen der Altstadt lebten und arbeiteten früher die Handwerker. Die Führungsteilnehmer aus Herzogenaurach bekamen auch Einblick in schmucke Hinterhöfe.

Altehrwürdige Uni-Gebäude

Einen Höhepunkt der Führung bildete die Besichtigung der alten Universitätsgebäude. 1575 wurde zunächst eine Schule für Kinder Nürnberger Aristokratenfamilien erbaut, die wenig später zur Akademie erhoben und 1623 in eine Universität umgewandelt wurde. Bekannt wurde die Universität unter anderem durch ihre Medizin-Fakultät. Namhaftester Absolvent war der Philosoph Gottfried Wilhelm Leibniz, der 1666 in Altdorf promovierte. Als Letztes warfen die Ausflügler einen Blick in das Universitätsmuseum.

Nach den vielen Informationen und Eindrücken kam ein Eintauchen in die Natur sehr gelegen. Es ging hinab in die Teufelskirche. Nach den Regenfällen war der Weg in der Schlucht sehr feucht. Aber die Gruppe erreichte unbeschadet die Einkehr in der Trattoria gegenüber Schloss Grünsberg. Gotthard Eichstädt