Druckartikel: Auch der Kreis Coburg braucht Altenpflege-Fachkräfte aus dem Ausland

Auch der Kreis Coburg braucht Altenpflege-Fachkräfte aus dem Ausland


Autor: Redaktion

LKR Coburg, Donnerstag, 27. Dezember 2018

Fachkräfte fehlen, besonders in der Altenpflege. Im Coburger Land sind im Pflegebereich viele freie Träger und Unternehmen aktiv, die den Fachkräftemangel spüren. Um gemeinsam mehr zu erreichen, hat d...


Fachkräfte fehlen, besonders in der Altenpflege. Im Coburger Land sind im Pflegebereich viele freie Träger und Unternehmen aktiv, die den Fachkräftemangel spüren. Um gemeinsam mehr zu erreichen, hat das Landratsamt Coburg zum ersten runden Tisch "Fachkräfte für die Altenpflege" eingeladen. Aus einer Pressemitteilung des Landratsamtes geht hervor, dass die Lage angespannt ist.

"Am gleichen Strang ziehen"

"Der Fachkräftemangel in der Pflege treibt uns alle um", beschrieb Rainer Mattern, der Stellvertreter des Landrats, gleich zu Beginn des Treffens die momentane Lage. Der Landkreis habe ein starkes Interesse, für die Bürger auch zukünftig eine gute Versorgung im Pflegebereich zu gewährleisten. "Hierfür ist es wichtig, dass alle am gleichen Strang ziehen - und auch in die gleiche Richtung", so Mattern weiter. Bereits beim ersten Zusammentreffen im Frühjahr dieses Jahres waren sich alle teilnehmenden Akteure der Coburger Pflegelandschaft einig, dass im Bereich der Fachkräftesicherung in der Altenpflege dringend etwas getan werden müsse. Auch im Kontext dieser Veranstaltung zeichnete sich klar ab, dass die Gewinnung von zusätzlichen Fachkräften aus dem Ausland erforderlich sein werde. Ullrich von Brockdorff, Geschäftsführer des Diakonischen Werks Coburg, brachte es während einer angeregten Diskussion auf den Punkt. Es sei keine Frage mehr des "Ob", sondern des "Wie". Das vorhandene Potenzial in der Bevölkerung des Landkreises decke den Bedarf an Pflegekräften in den nächsten Jahren bei weitem nicht mehr. Der Geschäftsführer des Caritasverbands Stadt und Landkreis Coburg, Norbert Hartz, bekräftigte die Einschätzung, mahnte jedoch gleichzeitig zu Bedacht. Es sei eindeutig, dass es einen Mangel an Altenpflegefachkräften gebe, aber die zu entwickelnden Konzepte müssten gut durchdacht werden, um von Anfang an Fehler zu vermeiden, so Hartz weiter.

Gemeinsam mit dem Landkreis Coburg wollen die Träger der Altenhilfe die Herausforderung angehen und an einer zukunftsfähigen Strategie zur Eindämmung des Fachkräftemangels in der Region arbeiten. Viele Einrichtungen im Landkreis verfügen bereits über Erfahrungen mit der Integration von ausländischem Pflegepersonal und sind sehr aktiv in den Feldern der Mitarbeitergewinnung und - bindung. Diese bisherigen Erfahrungen nutzbar zu machen und bestehende Konzepte weiterzuentwickeln, hat sich das Projektteam "Fachkräfte für die Pflege" des Planungsstabes Landkreisentwicklung um Sozialreferentin Martina Berger zur Aufgabe für die nächsten zwei Jahre gemacht. Mitfinanziert durch die Zuwendung des Bundesinnenministeriums im Rahmen des Modellvorhabens der Raumordnung (Moro) "Lebendige Regionen" und der Förderung der Robert-Bosch-Stiftung arbeiten derzeit die Projektmitarbeiter an der Entwicklung und Verstetigung von Strukturen, wie die Anwerbung und Integration des ausländischen Pflegepersonals gelingen kann.

Pflegekräfte aus Vietnam

Martin Hyun vom Institut für europäische Gesundheits- und Sozialwirtschaft gab einen Überblick über das Pilotprojekt des Bundeswirtschaftsministeriums zur Gewinnung von Fachkräften für die Pflege aus Vietnam. Seit dem Jahr 2013 kamen durch dieses Vorhaben 350 Pflegekräfte nach Deutschland, die zum weit überwiegenden Teil bei den Trägern, die sie angeworben hatten, dauerhaft beschäftigt blieben - ein Ziel, welches auch der Landkreis Coburg verfolgt.

Ein Handlungsschwerpunkt des landkreisweiten und trägerübergreifenden Vorhabens müsse dabei in jedem Fall auf dem Erlernen der deutschen Sprache liegen, waren sich alle Träger einig. Dabei reiche ein anerkannter Nachweis für das deutsche Sprachniveau alleine nicht aus. Die lokalen Dialekte stellten eine zusätzliche Herausforderung dar, die bei der allgemeinen Fremdsprachenausbildung häufig vergessen werde und somit zum Stolperstein für Migranten in der Region werden könne. red