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Appell: An Weihnachten die Tiere nicht vergessen


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Kronach, Donnerstag, 20. Dezember 2018

Eine gemischte Bilanz zieht das Tierheim Kronach zum Jahresende. Vielen Tieren habe 2018 Glück gebracht, so Tierheimleiterin Katrin Meserth. Sie konnten aus schrecklichen Verhältnissen gerettet werden...
Auch im Tierheim freut man sich über kleine Geschenke. Foto: Lisa Bergmann


Eine gemischte Bilanz zieht das Tierheim Kronach zum Jahresende. Vielen Tieren habe 2018 Glück gebracht, so Tierheimleiterin Katrin Meserth. Sie konnten aus schrecklichen Verhältnissen gerettet werden und in liebevollen neuen Familien ein Zuhause finden. Auch einige "Dauergäste" hätten nach teilweise jahrelangem Tierheimaufenthalt das ganz große Glück in einem eigenen Zuhause erfahren. Andererseits habe man auch wieder viel Leid erleben müssen, viel Gedankenlosigkeit, Ignoranz und auch Grausamkeit.

Vor allem an der schlimmen Katzensituation im Landkreis habe sich auch 2018 nicht viel geändert hat, obwohl der Tierschutzverein und viele andere freiwillige Helfer alles daran setzen, möglichst viele herrenlose Katze zu kastrieren, so dass das Drama der ständig wachsenden unerwünschten Katzenpopulationen auf humanitäre Art und Weise geregelt werden kann. Nachdem 2017 die Flut aus kleinen Fundkätzchen etwas nachgelassen hatte, war es heuer wieder schlimmer denn je, schreibt Katrin Meserth. Die meisten Kätzchen, die man im Tierheim aufnehme, stammten nicht aus Privat-Haushalten, sondern aus wild lebenden Populationen auf Bauernhöfen o.ä., in denen sich Katzenkrankheiten aufgrund der Überbevölkerung und der mangelnden Pflege- und Futtersituation rasend schnell verbreiten können. Und so habe man unzählige kleine Kätzchen aufgenommen, die oft halb verhungert, krank und am Ende ihrer Kräfte waren. Zeit und Pflegeaufwand für unsere kleinen kranken Sorgenkinder war immens, ganz zu schweigen von den Tierarztkosten. Und trotz aller Pflege haben es nicht alle geschafft.

Besonders langwierig gestaltet sich auch das Zähmen der kleinen Wildlinge, die meist ohne menschlichen Kontakt aufgewachsen und extrem scheu sind. Entsprechend schwer seien solche kleinen Furien zu vermitteln, wenn alle Interessenten doch nur süße kleine Schmuser suchen. Doch auch bei den Hunden habe man heuer oft tief in die Tasche greifen müssen. Der "dickste Brocken" war ohne Zweifel die lebensrettende OP der Französischen Bulldogge "Harry" in der Uni-Klinik in Leipzig, der ohne diesen komplizierten Eingriff sicher nicht mehr lange überlebt hätte.

An seine Grenzen hat das Tierheim auch die Abgabe von über 40 Meerschweinchen gebracht, die alle unterernährt, voller Milben und in sehr schlechtem Gesundheits- und Pflegezustand waren.

Katrin Meserth: "Leider fällt es uns jedes Jahr schwerer, bei den in allen Bereichen ständig steigenden Kosten die nötigen finanziellen Mittel zur Versorgung unserer Tiere und zum Unterhalt des Tierheims aufzutreiben. War dies letztes Jahr schon heikel, so hatten wir heuer noch mehr zu kämpfen, da einige Baumaßnahmen am Tierheim fällig waren. Leider hat unser altes Tierheimgebäude schon so viele Jahre auf dem Buckel, dass einige Sanierungsmaßnahmen äußerst dringend waren und auch noch sind, denn auch nächstes Jahr stehen noch weitere Baumaßnahmen an. Aus diesem Grund war es noch kein Jahr so hart wie heuer, das nötige ,Kleingeld' aufzutreiben."

Daher appelliere der Tierschutzverein von Herzen an alle Tierfreunde: "Bitte vergessen Sie uns nicht! Unsere Tiere sind so dringend auf Ihre Hilfe angewiesen; sie haben ja sonst niemanden. Wir sind daher unendlich dankbar für jede, noch so kleine Spende!" Wer eine Weihnachtsspende überweisen möchte - die Bankverbindung des Tierschutzvereins Kronach lautet: DE 51 771500000240001164 bei der Sparkasse Kulmbach-Kronach. red