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Appell an die Solidarität


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LKR Bamberg, Mittwoch, 01. April 2020

Die Corona-Krise bringt viele Unternehmen in wirtschaftliche Schieflagen. Und nur wenige werden profitieren. Gefühlsmäßig gehören für viele die Bäckereien dazu: Sie dürfen geöffnet bleiben und Backwar...
Alfred Seel


Die Corona-Krise bringt viele Unternehmen in wirtschaftliche Schieflagen. Und nur wenige werden profitieren. Gefühlsmäßig gehören für viele die Bäckereien dazu: Sie dürfen geöffnet bleiben und Backwaren werden gebraucht. Ist es tatsächlich so? Wir fragten Innungsmeister Alfred Seel.

Verzeichnen die Bäckereien eine Umsatzsteigerung?

Alfred Seel: Leider nein, im Gegenteil. Wir beobachten, dass die Kunden jetzt auch Backwaren verstärkt im Supermarkt einkaufen. Filialen dort profitieren von der Kundenfrequenz. Klassischen Filialen fehlt aber die Laufkundschaft. Im schlimmsten Fall liegt eine Filiale in einem aktuell verwaisten Gewerbegebiet wie z.B. die Bäckerei Loskarn am Berliner Ring. Dort gehen die Umsätze bis zu 40 Prozent zurück. Außerdem erwirtschaften viele Filialen ihren Hauptumsatz über ihren Cafébetrieb, der nun geschlossen ist.

Warum bleiben die Kunden weg?

Die Bäckereiverkäuferinnen berichten uns, dass viele Kunden jetzt möglichst wenig Geschäfte besuchen möchten. Es wird auch die Angst einer Infektionsgefahr genannt, weil Bäckereien nur Bargeld nehmen. Dabei werden die Bäckereien zunehmend mit "Niesschutz" ausgestattet und es wird darauf geachtet, dass die Backwaren nicht mit Bargeld in Berührung kommen. Welche Ideen gibt es, Kunden an sich zu binden? Es wird teilweise mit einem Lieferservice experimentiert. Auch ein "Drive-in-Schalter" kann eine Lösung sein. Aber eigentlich müsste nur ein Umdenken stattfinden, dass wir uns gerade in Notzeiten auf die regionalen Unternehmen besinnen. Dann haben wir alle eine Chance, diese schwierige Zeit zu überleben. red