Wer ärgert sich nicht über die Tretminen auf den Gehwegen. Ein ganz besonderes Problem haben Landwirte mit den Hinterlassenschaften von Vierbeinern in Wiesen. Mit einer pfiffigen Idee macht derzeit der Bauernverband in Melkendorf alle "Herrchen" darauf aufmerksam, dass Hundekot im Grünland schnell zu einem großen Problem werden kann.

"Wir wollen die Hundebesitzer nicht angreifen", sagt Manuela Berthold. Sie hat die Schilder mit ihrem Mann Stefan, der zugleich stellvertretender BBV-Ortsobmann ist, entworfen. Unter dem Motto "Nimm"s mit - bleib fit!" weisen die Schilder in Form eines kurzen Comic-Strips auf das Problem der Futterverschmutzung durch Hundekot hin.

Unterhaltsam und ohne erhobenen Zeigefinger werden die Gefahren schwerer Erkrankung bei Kühen aufgezeigt, wenn sich im Grünfutter Hinterlassenschaften von Hunden befinden. Besser ist es, die Tretmine im Beuteln aufzusammeln und an geeigneter Stelle zu entsorgen, lautet die Botschaft.

Der Hundekot kann beim Mähen ins Heu oder in die Silage gelangen. Fressen Kühe die verdorbenen Futterbestandteile mit, können damit auch Erreger wie Salmonellen oder der Hundebandwurm aufgenommen werde. Das führt in der Regel zu Verdauungsstörungen oder Euterentzündungen bis hin fütterungsbedingte Totgeburten.

"Das Problem ist nicht neu", sagt Ortsobmann Hermann Grampp. Immer wieder gebe es entsprechende Vorkommnisse. Man habe sich deshalb entschlossen, mit Hilfe der witzigen Schilder an die Vernunft der Hundehalter zu appellieren.

Acht großformatige Schilder wurden bislang entlang einiger Wiesen und Felder westlich von Kulmbach aufgestellt. Realisiert wurde das Ganze mit Hilfe der Kulmbacher Firma FH Werbetechnik, die Kosten hat der Bauernverband übernommen.

Nicht nur Hundehalter sollen sich dabei angesprochen fühlen, auch Spaziergänger und Wanderer seien aufgerufen, ihren Müll wieder mitzunehmen, so BBV-Geschäftsführer Harald Köppel.

"Wenn plötzlich Cola-Dosen in der Silage auftauchen, wird es für die Bauern schwierig", so Köppel. Er hofft, dass die Schilder auch zum Nachdenken anregen. Stephan Herbert Fuchs