Obwohl Marco Angermüller den Vorsitz bei der Feuerwehr nach zwölf Jahren gerne abgegeben hätte, bestätigten ihn die Mitglieder bei der Hauptversammlung ohne Gegenstimme erneut in seinem Amt. Ein Nachfolger hatte sich nicht gefunden.

Überhaupt mangelt es der kleinen Wehr an Nachwuchs: Jugendliche und auch Frauen finden sich keine unter den 15 Aktiven. Mit Yannik Gemeinhardt absolviert derzeit nur ein Mitglied die modulare Truppmannausbildung. Mit derzeit 43 Mitgliedern erweise sich der Verein dennoch als stabil, sagte Angermüller. Die Finanzlage bezeichnete er als gut, den Vorstand als "intakt". Dominik Fick wurde als Zweiter Vorsitzender ebenso wiedergewählt wie Kommandant Andreas Bätz als Schriftführer. Michael Fenzl wird künftig Daniel Angermüller als Kassierer ablösen. Dafür zählt Angermüller nun zu den Beisitzern, deren Zahl auf fünf stieg. Weitere Beisitzer sind Yannik Gemeinhardt, Torsten Griebel, Frank Popp und Bernd Schmidt. Zu Kassenprüfern wurden Steffen Morgenroth und Matthias Martin bestimmt.

"Da es bei uns kein Wirtshaus mehr gibt, kommt der Feuerwehr für die Ortsgemeinschaft große Bedeutung zu", betonte Vorsitzender Angermüller. Dies zeige sich vor allem beim Dorffest (heuer am 7. Juni). Sein besonderer Dank galt dem scheidenden Beisitzer Edgar Mehling.

Einsätze gab es 2019 keine, nur fünf Übungen mit - laut Bätz - "ausbaufähiger Beteiligung". Für Verbesserungen bei Alarmierung und Personaleinsatz sorgte die neue Alarm-App.

Sorge bereitet das Dach des Feuerwehrhauses: Der Wind wehe Wasser darunter und ziehe die Balkenauflage in Mitleidenschaft, berichtete Bätz. Das notierte sich Dritte Bürgermeisterin Renate Schubart-Eisenhardt. Rund 7500 Euro errechnete sie für die Maßnahme. Wenn möglich, soll das Vorhaben noch in den Seßlacher Haushalt 2020 aufgenommen werden.

Dass Bätz erst im November die Jahresbestellung 2019 entgegennehmen konnte und die letzten der bereits Mitte 2018 bestellten Stiefel erst im Herbst 2019 ausgehändigt werden konnten, sah auch Schubart-Eisenhardt als verbesserungswürdig an. "Wir müssen die Beschaffungsgeschichte in den Griff bekommen", betonte sie, "es kann nicht sein, dass man ein Jahr auf Stiefel wartet."

"Bei der Jugendfeuerwehr sieht es mau aus", stellte Kreisbrandmeister Johannes Kempinski mit Blick auf die Situation vor Ort fest. Für mehr Nachwuchs könnte die Zusammenarbeit mit den beiden Kinderfeuerwehren im Stadtgebiet und mehr Werbung sorgen. Außerdem riet Kempinski, die Bekämpfung von Vegetationsbränden zu üben. "Das wird ein Riesenthema", prophezeite er. bkn